Archiv der Kategorie: Tiere

Ein Versuch

Nachdem Isa in letzter Zeit auf Instagram unterwegs ist, und wir das gleich auch auf Facebook teilen (Pfui!), teile ich ihre letzten beiden Beiträge mal hier:

 

Ein Grund, warum wir vermehrt Facebook und Instagram nutzen, liegt darin, dass wir auf dem Blog so gut wie keine Rückmeldung darüber haben, ob es überhaupt von jemandem gelesen wird. Der letzte Kommentar ist leider schon Monate her.

Wenn ihr uns also eine Freude machen wollt, dann kommentiert bitte mal wieder was!

Frühlingserwachen

Frühling. Mir und Rufus, unserem Zuchtwidder, hat er eine Reihe von Begegnungen beschert, die unser Verhältnis neu definiert haben. Ich sch… mich, um ehrlich zu sein, ziemlich an vor ihm, spätestens seit er einmal hochschwangeren Besuch mit Kind an der Hand gerammt hat, um seine ihrerseits hochträchtigen Weibchen zu verteidigen. Ja eh, ist seine Aufgabe, und es ist auch niemandem was passiert, er hat quasi nur angedeutet, was er kann. Doch seitdem gilt für alle: niemals den Rücken zudrehen, sich so kurz wie möglich bei ihm aufhalten, kein Streicheln und Verwöhnen (er genießt das zwar sehr, es senkt aber angeblich auch seine Angriffshemmung, wenn er einen dann doch als Gefahr wahrnimmt).

Jedenfalls, der Frühling. Derzeit haben wir drei Herden: die Männchenherde, bestehend aus Rufus und seinen bereits geschlechtsreifen Söhnen; die Melkherde, bestehend aus allen Melkschafen, ihren Jungen sowie Kurt, dem neuen Widder; die große Herde, bestehend aus allen Auen, die nicht gemolken werden, und ihren Lämmern.

Rufus der Schöne

Die Rufusherde ist immer draußen, die Nacht verbringen sie im Unterstand. Die anderen beiden Herden werden morgens hinaus und abends herein getrieben. Dieses Prozedere wiederholte sich jeden Tag mehr oder weniger ereignislos, bis der Frühling den Bäumen in die Knospen und Rufus in die Glieder fuhr. Der Zaun ist jetzt eine Empfehlung bzw. eine ideale Gelegenheit, Kraft und Männlichkeit unter Beweis zu stellen, in dem man das 1,50m hohe Drahtgeflecht aus dem Stand überwindet. Genau das hat Rufus gestern gemacht, und da ich allein zuhause war, war das übliche Delegieren der Rufusangelegenheiten an den Bauern nicht möglich (Danke, Bauer, an dieser Stelle für alles bisher Geleistete). Man muss jetzt dazusagen, der Kerl wiegt eineinhalbmal so viel wie ich, also der Widder. Es macht ihn auch nicht weniger beängstigend, dass er, sehr schaf-untypisch, reglos und mit allzeit bereit gesenktem Kopf stehen bleibt, wenn man auf ihn zugeht. Ich habe also kurz überlegt: jetzt trächtige Weibchen heißt im August Lämmer heißt mehr Schafe über den Winter füttern heißt mehr Heu machen müssen heißt weniger Urlaub im Sommer… und weiter überlegt: irgendwie werde ich schon mit dir fertig werden.

Kurt der Neue

Da er ja freundlicherweise stehenbleibt, konnte ich ihm in aller Ruhe meine Jacke um den Hals legen und die zusammen genommenen Ärmel als Zügel verwenden. Ein bisschen Schieben, Ziehen und selbst Gezogen werden später war er wieder, wo er sein sollte. Dachte ich, denn bei einem Kontrollblick ein paar Minuten später stand er vergnügt wieder mitten in der großen Herde voller Weibchen mit Trächtigkeitspotential. Das Ganze hat sich ein paar Mal wiederholt, bis ich ihn in den Stall gesperrt habe, das Problem harrt derzeit einer Lösung. Aber darum geht es grade gar nicht, was zählt ist: Rufus macht mir keine Angst mehr! Manchmal fühle ich mich schon wie eine richtige Bäurin.

 

Gemolken wird

Seit einer Woche melken wir wieder, wie jedes Jahr für ein paar Wochen, heuer bis Anfang Mai. Das Melken von Hand hat sich bewährt, weshalb es so erst mal weiter geht, aber die Anschaffung einer Melkmaschine steht dennoch auf dem Programm.

Foto: Almuth Kunrath

Sieben Auen sind es derzeit, die einmal morgens gemolken werden: auf dem Bild hockt die Bäurin vor dem Melkstand, mit Nachbars Hilfe selbst gezimmert, anno 2016! Drei bis vier Liter sind es, die wir so täglich ernten.

Foto: Will Overmann

Das fertig gemolkene Mutterschaf wird aus dem Melkstand entlassen, auf der anderen Seite warten bereits ein oder zwei hungrige Lämmermäuler. Kein Zweifel: sie freuen sich über das Wiedersehen nach der nächtlichen Trennung.

Aus der schaumigen, körperwarmen Milch, die wir ins Haus tragen, zaubern wir verschiedene Käsesorten. Frischkäse mit Kräutern und Feta in Olivenöl oder Salzlake haben sich schon letztes Jahr bewährt, heuer versuchen wir auch Schafsmozzarella!

Fast komplett belämmert

Alle bis auf eine Mutter haben bereits gelammt. Und während die Mütter fressen, spielen die Kleinen.

Dieses Jahr ist das Motto griechische Mythologie, und wir haben schon ein paar Namen. Manche davon passen auch besonders gut zu den bisherigen.

So hatten wir schon eine Cassiopeia (Sternchen hatten wir schon davor, dann kamen zwei Lämmer, eines mit einem deutlichen Stern -> Asterix, und eines mit mehreren Sternchen, also Sternbild, also Cassiopeia …), da bieten sich für Sohn und Tochter natürlich Cepheus und Andromeda an (wer i-Tüpfelchen-reiten will, wird mir sagen, dass Cepheus der Mann, und nicht der Sohn war … aber es geht hier um Assoziation, nicht Präzision :-))

 

 

Ich wollte auch schon ein Video machen, bin aber an der Komprimierung gescheitert, das wäre zu groß geworden. Braucht wohl noch bisschen Zeit.

Frühling bei den Hühnern

Neues aus dem Hühnerstall. (Die Fotos sind aufgrund der Lichtverhältnisse leider nicht perfekt, aber das wesentliche: Die Kücken! sieht man)

Kücken Mai 2016-2

Kücken Mai 2016-1Die Hühner haben sich von selbst entschieden brüten zu wollen. Wir versuchen dann, ihnen noch ein paar Eier unterzuschieben (markiert), und dann auch zu verhindern, dass jeden Tag neue dazu gelegt werden. Kein einfaches Unterfangen, es geht zu wie im Flohzirkus.

Und am Weg hinaus ist mir die Katze begegnet…

 

Katze Mai 2016

Schwierige Entscheidung

Wir haben es ja vermutet: zuerst lassen die Schafdamen uns warten, dann lammen sie alle auf einmal ab.  Seit Sonntag sind 8 weitere Lämmer auf die Welt gekommen, darunter 3 Zwillingspaar. 7 von 13 hochträchtigen Schafen haben somit abgelammt, bei den anderen kann es noch bis zu einer Woche dauern.

Schafe – jedenfalls unsere Rasse, das Krainer Steinschaf – bekommen ein bis zwei Lämmer, meist abhängig vom Alter und von der Beanspruchung. Das heißt, Erstlingsauen (Aue ist der Fachausdruck für Mutterschaf) haben meistens ein Lamm, ab der zweiten Lammung sind es dann oft auch zwei. Schafe haben eine Tragezeit von 150 Tagen (etwa 5 Monate), und wenn sie innerhalb von einem Jahr zweimal trächtig sind, kommt es oft vor, dass sie beim zweiten Mal nur ein Lamm haben. Darüber hinaus spielt vermutlich die Futterversorgung während der Aufnahme (Empfängnis) der Lämmer eine Rolle sowie auch die Zuchtqualität von Widder und Schaf.

Was unsere heurigen Zwillingsgeburten betrifft, ist unsere Freude bei einem der Geschwisterpärchen getrübt: Ihre Mama, Sternchen, hat nur eines der beiden angenommen, das andere wird weggestoßen, wenn es zu trinken versucht. Das heißt, wir haben wieder ein Flaschenlamm, das in den ersten beiden Wochen bis zu sechs Mal am Tag gefüttert werden muss, um 22:00 das letzte und um 6:00 das erste Mal. Abgesehen davon, dass das für uns zusätzliche Arbeit bedeutet, ist es leider das zweite Mal in Folge, dass Sternchen Zwillinge hat und nur eines annimmt (letztes Jahr waren das Castor und Pollux).

Ein Flaschenlamm ist zwar süß, weil es unglaublich zutraulich wird, aber grundsätzlich wollen wir das natürlich vermeiden. Wir haben daher folgende Optionen:

  1. Wir kommen zu dem Schluss, dass Sternchen keine hervorragenden Muttereigenschaften hat und wir lassen sie schlachten
  2. Wir kommen zu demselben Schluss und sie wird nicht mehr gedeckt, das heißt sie bekommt bei uns ihr Gnadenbrot (was bei einer asaisonalen Rasse, die alle 3 Wochen trächtig werden kann, schwer bis unmöglich zu bewerkstelligen ist)
  3. Wir verschenken/verkaufen Sternchen günstig an einen guten Platz
  4. In ein paar Wochen werden wir ja zu melken beginnen, und Sternchen ist womöglich ein vielversprechendes Milchschaf: Gute Milchleistung, da es nicht ihre erste Lammung ist, sie ist sehr zutraulich und gelehrig, sie hat keine Nebenzitzen (die das Melken erschweren, da sich die Milch dann in vier eher kleine statt in zwei große Zitzen aufteilt). Das könnte ihre mangelnden Zwillings-Mutterqualitäten wettmachen
  5. Wir ändern unsere Einstellung und nehmen in Kauf, dass wir womöglich jedes Jahr ein Flaschenlamm haben. Und mit etwas Glück im Unglück ist es das nächste Mal ein Weibchen, das die Flasche kriegt, wir behalten es und haben ein super zutrauliches Zuchtschaf in der Herde

Wir freuen uns über eure Kommentare, und wer meint, wir sollten Option 5 wählen, sagt uns bitte gleich dazu, wann sie/er eine Woche zum Helfen kommen kann ;o)

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Scarfie, unser Flaschenbocklamm, mit Sarah, seiner Ersatzmama und derzeit Helferin am Hof

 

Lammungen gehen los

Eine Woche lang haben wir darauf gewartet, dass das Lammeln losgeht, heute Nacht war es dann so weit. Beim ersten Stallbesuch heute morgen war der erste Nachwuchs 2016 in unserem Stall da.

Im Gespräch mit Leuten, die Erfahrung mit größeren und kommerziellen Schafshaltungen haben (Stichwort Neuseeland) wurde uns klar, wie robust unsere Tiere eigentlich sind. Wo anderswo die Lammungszeit ständige Bereitschaft bedeutet, weil Geburtshilfe geleistet werden muss, und den Lämmern zur Parasitenprophylaxe der Schwanz verödet wird (also de facto abgezwickt), ebenso wie das hintenrum geschoren wird, können wir uns hier im Prinzip zurücklehnen und darauf vertrauen, dass unsere Schafe mehr oder weniger wissen was sie tun. Ein Luxus, den ich auf die Qualität der „alten Haustierrasse“ zurückführe, wo Robustheit ein Zuchtziel war.

Die neue Lammungsperiode markiert einen Punkt im landwirtschaftlichen Jahr und sie bedeutet abgesehen vom Wunder des neuen Lebens (das es immer noch jedesmal ist) auch wirtschaftlich viel: In ca. 3 Wochen werden wir beginnen können, zu melken, (zumindest manche) der Muttertiere werden uns mit Milch versorgen, aus der wir Käse machen können, und das in einer Zeit, wo sonst nicht besonders viel Abwechslung auf dem regional-saisonalen Speiseplan stünde. Außerdem, und auch das gehört auf einem Bauernhof dazu, sind diese Lämmer einerseits Ersatz für Altschafe, die irgendwann einmal außer Dienst gestellt werden, und zum anderen Teil sind sie das Essen, das wir genießen und verkaufen können.

Alles das steckt in der Geburt eines kleinen Lammes.

Brigittes erstes Lamm