Alle Beiträge von Niko

#Staythefuckhome

Also. Es ist so weit. Was am Anfang ausgeschaut hat, wie die 15. Staffel von Sars, Mers, H5N1, PANIC-Attack ist ernster als gedacht, und bei uns angekommen.

Diese Woche, ungefähr am 11.3. hat man mitverfolgen können, wie das Umdenken eingesetzt hat, und nicht nur bei „den Menschen“, sondern bei „uns Menschen“ also auch am Koglerhof.

Die Aufforderung, die Öffentlichkeit eher zu meiden und nach Möglichkeit home office zu machen, war für uns vielleicht nicht ganz so gravierend, wie für Stadtbewohner/innen. Wir sind ja ohnehin in der Kleinkind-Betreuung und fokussieren jetzt eben mehr auf den Bauernhof.

Da gibts wie immer viel zu tun: Melken und Tiere versorgen, das, was die Schafe an Heu übrig gelassen haben, raus bringen, um Heukartoffeln zu setzen, und eben einmal wieder Zeit haben für einen Blog-Post.

#Staythefuckhome beginnt gerade erst. Schauen wir, wie’s uns in nächster Zeit damit geht. Inzwischen haben wir uns auch (telefonisch) ein bisschen mit den NachbarInnen vernetzt, um anzusprechen, dass wir uns bei eventuellen Engpässen aushelfen wollen. So weit zum privaten.

 

Schauen wir uns das gesellschaftlich an, dann habe ich zwei Bereiche, die ich ansprechen will: Punkt 1 ist allgemein, Punkt 2 trifft genau die Landwirtschaft!

1. Wir kennen einige kleinere Betriebe, für die die kommenden Monate existenzbedrohend sein können. Nicht jeder kann Einkommensausfälle überbrücken. Kosten bleiben häufig zu bezahlen. Wenn „wir alle“ jetzt zusammen halten müssen, wenn wir alle jetzt solidarisch sind, um die Krankheit einzudämmen. Dann möchte ich, dass dieses „wir alle“ auch als starker Sozialstaat daher kommt, und die Leute auffängt, die ins Strudeln kommen. Lassen wir nicht zu, dass das eine Umverteilungsaktion nach oben wird!

2. Zum ersten Mal in lebendiger Erinnerung sind wir in Österreich mit so einem Krankheits-bedingten Sonderzustand konfrontiert. Und es droht die Wirtschaft zu kollabieren. Wir sorgen uns um unsere Verwandten, Nachbarn … Wir merken: Mit Krankheit ist nicht zu spaßen. Und jetzt kommt der Punkt, wo die Landwirtschaft ins Spiel kommt: Virale Erkrankungen sind das eine. Bakterielle das andere. Gegen Bakterien haben wir eine Superwaffe, das Antibiotikum. Haben oder Hatten?

Durch übertriebene Anwendung im Bereich der Humanmedizin, aber vor allem durch groß-industrielle Fleischproduktion in der „konventionellen“ Landwirtschaft entstehen immer mehr Bakterienstämme, die auf Antibiotika nicht mehr anschlagen. In der Fleischerzeugung werden häufig so viele Antibiotika eingesetzt, auch präventiv, auch als Wachstumsbeschleuniger, dass es früher oder später zu Resistenzen kommen muss!

Biologische Landwirtschaft und Umweltschutz sind also etwas, was wir heute schon tun müssen, um nicht in einigen Jahren einer Seuche noch größeren Ausmaßes gegenüber zu stehen. Was meint ihr dazu?

Öffentlichkeit war gestern. Heute wird von Zuhause gearbeitet

Mary hat Mastitis

Ein Bauernhof

Das können Lämmer sein, die herumlaufen, lustige Geräusche machen und sich des Lebens erfreuen. Das können Schafe sein, die zufrieden vor sich hin kauen und das Leben langsam angehen.

Es kann aber auch ein Schaf sein, das (noch) geistesabwesender durch die Luft schaut, nichts mehr frisst und nicht mehr trinkt.

Mary ist es so gegangen. Im Jänner hatte sie noch Lämmer, am Sonntag morgen war sie plötzlich lethargisch. Ihr Euter war auf der einen Hälfte verhärtet und sie hatte leichtes Fieber. Trotz Tierärztin, die am Sonntag und am Montag kam, und ihr ein Aufbaupräparat (Vitamine…), und Medizin gab, wurde der Zustand nicht besser.

Am Montag war die eine Euterhälfte sogar ganz kalt (Nekrose). Die Durchblutung wird abgestellt, und das Euter stirbt quasi am lebenden Tier ab. Wir hatten das schon einmal, und das Schaf starb danach. Wir wissen, dass Schafe das auch überleben können. Die Wunde wird dann versiegelt, und das befallene Gewebe wird vom Organismus aufgelöst … Aber es kann halt auch daran sterben.

Heute Mittwoch hatte Mary immer noch nicht gefressen und auch nicht getrunken. Sie konnte nicht mehr stehen und atmete recht schwer. Das war der Moment, wo wir schweren Herzens entschieden, sie zu erlösen.

Für diejenigen, die sehen wollen, was als nächstes passiert, habe ich eine Fotodokumentation gemacht. Das Passwort dazu ist der Name unseres Tiers.

 

Resistente Keime durch konventionelle Landwirtschaft

 

Gestern in der Kleinen Zeitung:

  • in 5 von 14 Fleischproben konnten resistente Keime nachgewiesen werden.

Was das heißt: Unsere Art Essen herzustellen bedroht unsere Art zu Leben.

Wir haben uns schon sehr daran gewöhnt: Wenn wir ernsthaft krank sind, gibt es Medizin, die uns gesund macht. Das könnte sich ändern.

  • Billiges Fleisch könnte unser Leben kosten.

Hier ist der Artikel verlinkt

Deswegen einmal mehr: Biologische Landwirtschaft darf kein Luxus der Reichen sein. Umweltpolitik ist Sozialpolitik.

 

p.S: Gleichzeitig entschuldige ich mich, wenn wir gerade nicht so viel neues Posten: Das Gras wird hoch, am neuen Hühnerhaus bauen wir, der Motormäher ist gerichtet ,der Traktor steht in der Werkstatt, und so hält uns der Bauernhof gerade ein bisschen davon ab über den Bauernhof zu schreiben.

pp.S.: Beitragsbild… eher zufällig aus dem was ich hatte gewählt. Soll die Betrachtung im großen Zusammenhang symbolisieren.

Schreibt ihr uns doch derweil, hier in den Kommentaren!

Danke Postillon.com: Männliches Küken: „Kükenschreddern gehört verbo…zzzrx“

Wieder einmal wird in Deutschland über die umstrittene Praxis des millionenfachen Schredderns männlicher Küken diskutiert. Ein soeben auf einer Legehennenfarm in der Nähe von Bonn frisch geschlüpfter Junghahn hat dazu eine klare Meinung.

Quelle: Frisch geschlüpftes männliches Küken findet: „Kükenschreddern gehört verbo…zzzrx“

„Kükenschreddern gehört verbo…zzzrx“, so das flauschige kleine Vögelchen, während es über die Kante seines Laufbandes in eine Häckselmaschine fällt. Ein etwas später geschlüpftes Küken nimmt den Faden auf und erklärt: „Was mein Bruder sagen wollte, war: Wir haben ja auch ein Recht auf…Krzkrzz“
Das nächste Küken führt den Gedanken weiter aus: „Jährlich werden in Deutschland 45 Millionen von uns auf diese Weise… srtzftz“
Ähnlich sieht es das Küken dahinter: „Es ist ein Unding, dass das Leben eines Hahns weniger…krzzz“
Sein Nachfolger meint: „Mir ist das Thema eigentlich relativ ega…zrxxxz“
Das Küken danach kommt wieder auf das Thema Kükenschreddern zurück. „Ständig wird versprochen, endlich mal was zu ändern, aber nix pa…frrrrrzk“
„Und bis endlich irgendwann was passiert, geht das hier einfach wei…kstzrk“
„Weiter und weiter und weiter un…krzzzrk“
„Kaum ist man auf der Welt und scho…rzkrkx“
„Wenn das hier Katzenbabies oder Welpen wä….krkrkrkrkrt“
„45 Millionen mal im Ja…fazrkk“
„Anderthalb geschredderte Küken pro Seku…zxkzkkk“
„In manchen Geflügelfabriken werden wir auch mit CO2 verga…frzkzz“
„Warum essen Menschen trotzdem noch Ei…frtzkwx“
Landwirtschaftsminister Christian Schmidt hat eigentlich verspro…zwrxk“
Zrrxk, krrzk, frzrkx, rzkzfzk, zrkzzz, frzkz…

Ein Versuch

Nachdem Isa in letzter Zeit auf Instagram unterwegs ist, und wir das gleich auch auf Facebook teilen (Pfui!), teile ich ihre letzten beiden Beiträge mal hier:

 

Ein Grund, warum wir vermehrt Facebook und Instagram nutzen, liegt darin, dass wir auf dem Blog so gut wie keine Rückmeldung darüber haben, ob es überhaupt von jemandem gelesen wird. Der letzte Kommentar ist leider schon Monate her.

Wenn ihr uns also eine Freude machen wollt, dann kommentiert bitte mal wieder was!

Flaschenlämmer … Von Schafen und Menschen

Wort zum Sonntag (vom Biobauernhof mit Aufklärungsanspruch):

Wird ein Lamm in die falschen Verhältnisse geboren, dann stirbt es. Wenn bei der Lammung etwas falsch geht, wenn der Mutterinstinkt aussetzt, … Dann gibt es in der ganzen Herde keine Aue, die das Kleine Trinken lässt, und es verhungert inmitten seiner Artgenossinnen. Zwischen lauter Eutern in denen genug Milch wäre, das Lamm gut durch zu bringen. Die Natur hat das so „eingerichtet“, weil die Kosten für die Herde vermutlich auf diese Art geringer sind, als wenn die Auen zu großzügig wären.
Die Idee, dass die Schwachen, oder diejenigen, die nicht in die richtige Familie geboren worden sind, trotzdem überleben können, bringen wir Menschen zu den Schafen. Mit Zwang bringen wir die Tiere zum Ausgleich. Freiwillig geben uns die Auen ihre Milch nicht, freiwillig lassen sie das Flaschenlamm nicht trinken.
Und dann können wir das eigentlich gleich eine Etage höher nehmen und den Sozialstaat mit diesen Augen sehen: Wir sind keine Schafe, primitiv unserer genetischen Programmierung ausgesetzt. Wir sind Kultur-Wesen die Ideen verwirklichen können. Wir können dem Glück und Unglück der Geburt etwas entgegen halten. Etwas, das gerechter ist. Wir sind keine Schafe!

Zum Brechen mit den Apfelbäumen

Der Sommer der brechenden Äste

Ich schaue nach den Schafen, ob sie Wasser haben, und gehe über die Stadelweide, das ist die gegenüber des Misthaufens, wo die vielen alten Apfelbäume stehen. Einer davon ist vor zwei Jahren umgefallen, weil er einfach schon alt war. Wir haben das Astwerk entfernt und den Strunk mit zwei Hauptästen liegen lassen, damit wir drauf sitzen können, und die Lämmer damit spielen. Wer weiß, vielleicht wirkt es auch als Insektenhotel.

Der alte Weingartenpfirsich steht auch auf der Weide. Den hat’s auch vor ein zwei Jahren erwischt. Erst war er bis zu einer gewissen Höhe blattlos, dann ganz und am Stamm hat sich schlängelförmig die Rinde abgelöst. Ja, Alterserscheinungen, denke ich mir.

Ich gehe weiter und sehe den einen Ast vom großen Grafensteiner-Apfel-Baum. Der ist schon vor ein paar Wochen runter gebrochen, weil er so voller Äpfel war.

Wir hatten 2016 und 2017 jeweils einen späten Frost, der die Blüten der Apfelbäume zerstörte, sodass wir sehr wenig Ernte hatten (so, dass wir keinen Saft machten, und auch kaum zum Lagern hatten). Dieses Jahr jetzt, nach zwei Jahren Pause, ohne Frost und mit sehr guten Niederschlagsbedingungen bei gleichzeitig viel Sonne, wollten die Apfelbäume zeigen, was sie können. Und krach, da war’s zu viel. Traurig, aber dieser eine Ast hing eh schon nahe zur Straße, und hätte wohl ohnehin gestutzt oder entfernt werden müssen. Also säge geholt und zusammengeschnitten. Immerhin haben sich die Schafe über das Laub gefreut.

Aber dann sehe ich da noch einen Baum, von dem die Hälfte herunter gebrochen ist. Und noch einen. Und dort noch ein großer Ast, fast die Hälfte, und dort drüben ist einer ganz umgebrochen. Einige dieser Äste hatten wir sogar extra mit Stangen gestützt um genau das zu verhindern. Bei anderen hätten wir aufgrund des Winkels und der Stärke des Astes/Stammes nie gedacht, dass sie brechen würden – wir hätten sie wohl auch nicht zu stützen vermocht, wenn wir gewollt hätten.

Ich sehe es und meine Lust weiter zu machen sackt in die Hose. Das bedeutet stundenlanges aufräumen, Ernteverlust im Bereich der hunderten Kilogramm und außerdem, dass meine Bäume beschädigt sind, und überhaupt haben wir gerade so viel anderes zu tun. Pfui! Wenn ich mir vorstelle, was die Apfelbauern durchgemacht haben müssen, denen es vorletztes Jahr mit dem späten Nassschnee die ganzen Plantagen kaputt gemacht hat. Zum Glück steht bei unserem Streuobst noch weit mehr als die Hälfte. Verluste ja, aber kein Totalausfall.

Aber trotzdem sind es solche Rückschläge, die man in der Romantik-Version des Traums vom Leben auf dem Land nicht vorsieht. Wir haben uns ja an viele Ärgernisse gewöhnt, aber irgendwann reichts dann auch mal. Während ich das schreibe liegt einiges von dem Holz und den Äpfeln auch noch auf der Weide. Meine Laune und meine Einstellung haben sich aber geändert:

Erstens geht es vielen Bauern in der Gegend so. Ich darf also von meinem Muster abweichen, die alleinige Schuld in meiner Unfähigkeit zu sehen, die Bäume richtig zu stützen. Außerdem haben die Bäume schon einige große Schnittflächen, wo wohl schon früher sterbende oder gebrochene Äste entfernt wurden. Alte Hochstämmer sind eben so. Ja, wir haben uns dafür entschieden, Streuobst zu haben, und offensichtlich ist das einfach, was es bedeutet Streuobst zu haben. Die Koglerin erinnert mich daran, dass wir eh 16 junge Bäume gepflanzt haben, und wieder pflanzen werden, und dass zum Kreis des Lebens eben auch das Ende der Alten dazu gehört. Ja, die Worte hör ich wohl, aber zu trösten haben sie mich erst nach einer Weile vermocht.

Nachbar Elmar nimmt’s auch halbwegs locker: Immerhin brennt Apfelholz fast so gut wie Buche, also haben wir für den nächsten Winter schon einen Teil der Waldarbeit gemacht.

So kann man es wohl auch sehen, und das ist ein bisschen weniger dunkel als der Frust, der von mir Besitz ergriffen hat. Ein Schritt nach dem andern, genießen was man hat, erinnern, warum man sich dafür entschieden hat. Erinnern, was man noch erreichen will, und dass Rückschläge zum Weg gehören, erinnern, dass der Weg auch Ziele hat, die sich lohnen, dafür zu schwitzen. Hoffen, dass Freundinnen, Bekannte und Kunden auch weiter mit uns gehen werden, und dass wir hier mehr erzeugen als nur ein bisschen essen.

Langsam hebt sich die Laune, die Ohren sind wieder offen für das Fiepsen und Piepen der Hühnerkücken, für das Zwitschern der Vögel und das Rascheln der Katzenjungen beim Spielen im Gebüsch.

 

Achja. Und vielleicht hilft die Perspektive, dass wir dieses Jahr nicht nur Apfelsaft machen, sondern mit Nachbars Hilfe das Projekt Obstler angehen wollen.

Frühlingserwachen

Frühling. Mir und Rufus, unserem Zuchtwidder, hat er eine Reihe von Begegnungen beschert, die unser Verhältnis neu definiert haben. Ich sch… mich, um ehrlich zu sein, ziemlich an vor ihm, spätestens seit er einmal hochschwangeren Besuch mit Kind an der Hand gerammt hat, um seine ihrerseits hochträchtigen Weibchen zu verteidigen. Ja eh, ist seine Aufgabe, und es ist auch niemandem was passiert, er hat quasi nur angedeutet, was er kann. Doch seitdem gilt für alle: niemals den Rücken zudrehen, sich so kurz wie möglich bei ihm aufhalten, kein Streicheln und Verwöhnen (er genießt das zwar sehr, es senkt aber angeblich auch seine Angriffshemmung, wenn er einen dann doch als Gefahr wahrnimmt).

Jedenfalls, der Frühling. Derzeit haben wir drei Herden: die Männchenherde, bestehend aus Rufus und seinen bereits geschlechtsreifen Söhnen; die Melkherde, bestehend aus allen Melkschafen, ihren Jungen sowie Kurt, dem neuen Widder; die große Herde, bestehend aus allen Auen, die nicht gemolken werden, und ihren Lämmern.

Rufus der Schöne

Die Rufusherde ist immer draußen, die Nacht verbringen sie im Unterstand. Die anderen beiden Herden werden morgens hinaus und abends herein getrieben. Dieses Prozedere wiederholte sich jeden Tag mehr oder weniger ereignislos, bis der Frühling den Bäumen in die Knospen und Rufus in die Glieder fuhr. Der Zaun ist jetzt eine Empfehlung bzw. eine ideale Gelegenheit, Kraft und Männlichkeit unter Beweis zu stellen, in dem man das 1,50m hohe Drahtgeflecht aus dem Stand überwindet. Genau das hat Rufus gestern gemacht, und da ich allein zuhause war, war das übliche Delegieren der Rufusangelegenheiten an den Bauern nicht möglich (Danke, Bauer, an dieser Stelle für alles bisher Geleistete). Man muss jetzt dazusagen, der Kerl wiegt eineinhalbmal so viel wie ich, also der Widder. Es macht ihn auch nicht weniger beängstigend, dass er, sehr schaf-untypisch, reglos und mit allzeit bereit gesenktem Kopf stehen bleibt, wenn man auf ihn zugeht. Ich habe also kurz überlegt: jetzt trächtige Weibchen heißt im August Lämmer heißt mehr Schafe über den Winter füttern heißt mehr Heu machen müssen heißt weniger Urlaub im Sommer… und weiter überlegt: irgendwie werde ich schon mit dir fertig werden.

Kurt der Neue

Da er ja freundlicherweise stehenbleibt, konnte ich ihm in aller Ruhe meine Jacke um den Hals legen und die zusammen genommenen Ärmel als Zügel verwenden. Ein bisschen Schieben, Ziehen und selbst Gezogen werden später war er wieder, wo er sein sollte. Dachte ich, denn bei einem Kontrollblick ein paar Minuten später stand er vergnügt wieder mitten in der großen Herde voller Weibchen mit Trächtigkeitspotential. Das Ganze hat sich ein paar Mal wiederholt, bis ich ihn in den Stall gesperrt habe, das Problem harrt derzeit einer Lösung. Aber darum geht es grade gar nicht, was zählt ist: Rufus macht mir keine Angst mehr! Manchmal fühle ich mich schon wie eine richtige Bäurin.

 

Frühlingsspaziergang

Foto 1: Das ist in einem anderen trockeneren Waldstück. Eine frühe Blume. Aber keine Ahnung was für eine.

Vorvergangenes Wochenende nahmen wir an einem Kurs teil: Biodiversität – Bauern beraten Bauern. Die Idee war, dass statt hoffernen Naturschutzleuten vom Land, Bauern andere Bauern über Biodiversität beraten sollten. Die Idee ist zu zeigen, dass ein etwas unaufgeräumter Hof (Holzstöße, Alte Hohle Bäume …) nicht schludrig ist, sondern der Artenvielfalt ein zu Hause gibt.

Es geht also darum, das Bewusstsein um den Artenreichtum des eigenen Grundes zu wecken und zu schärfen und darin zu bestärken, nicht alles immer blitz-blank zu spritzen.

Foto 2: Der Deichtholzgraben, der immer recht viel Oberflächenflüssigkeit führt. Es verrotten und vermoosen alte Hölzer.

Als Hausaufgabe sollten wir selbst ein Plakat gestalten, wo wir den eigenen Hof unter diesem Blickwinkel sehen: Was gibt es bei uns, wo Artenvielfalt gedeihen kann.

Foto 3 und Foto 4 gehören zusammen: dieser kleine Rote Pilz – vermutlich ein Roter Täubling – ExpertInnen gerne sagen!

Gestern spazierten wir über den Hof und hatten einen ganz neuen Blick auf die „Grüne  Wand“, die uns regelmäßig im Sommer in Schach hält. Wir gingen durch den Deichtholzgraben und machten ein paar Fotos.

Auf Foto 4 sieht man wo er sich befindet. Ziemlich Mittig unter dem großen Holz.