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Käse selber herstellen – mit Online Coach

Das wäre dann ich, der Online Coach. Ich hätte nie gedacht, dass es von Hofwärts mal ein Online-Workshop-Angebot geben wird. Netzwärts also, wir treffen uns vor den Webcams zum Käsen!

Vorwissen ist nicht notwendig, besorgen müsst ihr nur einen Liter Rohmilch, darf auch von der Kuh sein, ich verrate es unseren Schafen nicht. Eine Küche und ein Laptop erleichtern das Mitmachen.

Anmeldung und alle weiteren Infos: https://www.dienetzwerkerinnen.at/kaese-selbst-herstellen-mit-online-coach/

Die moderne und anscheinend zu wenig ausgelastete Bäurin – das wäre dann wieder ich – ist nämlich Teil eines mehrjährigen Projekts namens #dienetzwerkerinnen. Es geht um Frauen, ihre Berufe und Unternehmen, um gegenseitige Unterstützung und um digitalen Wandel. Unlängst habe ich den Kolleginnen dort Hofwärts vorgestellt, per Videokonferenz natürlich, und beim After-Meeting-Tratsch – sagt man das so? – entstand die spontane Idee, einen Teil unseres Angebotes ins Netz zu verlagern.

Das probieren wir am 1. und am 2. Juli aus. Ich übernehme den handwerklichen Teil und sorge dafür, dass euer Käse im Laufe des Abends ungefähr aussieht wie im Beitragsbild oben. Ein schönes kleines Stück Käse, der geschmacklich und optisch an Feta erinnert. Zwei E-Learning-Expertinnen von der FH Joanneum garantieren den reibungslosen Online-Ablauf.

Es wäre mir eine Ehre, wenn ihr dabei seid!

 

 

 

Den Schongang einlegen

Happy birthday to me… singt der Kogler leise vor sich hin, als ich um 6:00 früh bei der Tankstelle in Gleisdorf aussteigen will. Ich fühle mich wie die schlechteste Ehefrau der Welt. Ich habe eine Mitfahrgelegenheit zum agrarpolitischen Grundkurs in Oberösterreich gefunden, der Kogler ist mit dem ersten Kikeriki aufgestanden, um mich herzuführen. Und ich denke noch nicht mal daran, ihm alles Gute zu wünschen. Zu meiner Verteidigung habe ich anzuführen: Ich leide an Stilldemenz, das dafür verantwortliche Baby nehme ich mit zum Grundkurs und zwischen der Lammfleischlieferung nach Wien und dem Startschuss in Oberösterreich hatte ich einen Tag zu Hause, der mit dem Erledigen der dringendsten Haushalts- und Hofangelegenheiten mehr als dicht war, nach dem Packen war kurz vor Mitternacht und obwohl ich das Baby vorsorglich zum Kogler gelegt habe, damit ich ein paar Stunden ungestörten Schlaf kriege… jetzt habe ich den Faden verloren. Wie auch immer, ich hätte bestimmt im Laufe des Tages an seinen Geburtstag gedacht, und falls ich es noch nicht erwähnt habe: einen Hof als Kleinfamilie zu führen hat sich aus gutem Grund gesellschaftlich nicht durchgesetzt. Genauso wenig wie am Land nur ein Auto zu haben und das mit dem mobil sein trotzdem irgendwie hinzukriegen.

Dabei könnten wir moderne – sprich klimafreundliche und leistbare – öffentliche Verkehrskonzepte rein technisch und finanziell längst umsetzen, aber insbesondere dort, wo es konservative bis reaktionäre Mehrheiten gibt, fehlt es dazu am politischen Willen. Das beunruhigt uns, denn es ist auch unser Planet, um den es da geht, und auch unsere Kinder, denen wir die Zukunft rauben. Also setzen wir uns für Denkanstöße ein und für Veränderungen. Ich als agrarpolitisch gebildete Bäuerin, und der Kogler vizebürgermeistert und ortsparteivorsitzt, so gut er kann, um fortschrittliche Kräfte zu bündeln. Und weil nach dem Wahlkampf (Landtag) vor dem Wahlkampf (Gemeinderat) und auch ohne Kämpfe immer viel los ist, kann frau schon mal einen Geburtstag verschleppen. Der Kogler verzeiht mir fast sofort, ich selbst bin bis zum Abendessen auch wieder im Reinen mit mir. Und nutze die Gelegenheit, um mit den anderen Teilnehmenden über unsere Hühner zu sprechen. Genauer gesagt darüber, wie sich das Federvieh füttern ließe ohne dabei auf das zurückzugreifen, was der Mensch essen könnte, Stichwort Nahrungskonkurrenz. Der „Vogel, der täglich gebiert“ – so nannte man im alten Babylon das Haushuhn – braucht genau wie wir vor allem Kohlehydrate, Proteine und Fett, und ist ebenso ein Allesfresser.

Hühner gibt es auf dem Bauernhof also nicht nur, damit der Kogler rechtzeitig aufsteht oder die Jungkoglerinnen einmal im Jahr Nester suchen können (von wegen Osterhase, und eigentlich auch: von wegen einmal im Jahr). Es gibt sie, weil sie zaubern können: das, was im Rahmen der menschlichen Ernährung übrig bleibt, verwandeln sie in ein hochwertiges, gut verdauliches und vergleichsweise ressourcenschonend erzeugtes Lebensmittel, das Hühnerei. Küchen- und Schlachtabfälle, übrige Mahlzeiten, abgelaufene Lebensmittel, altes Brot – bekommen bei uns alles die Hühner. Die vertragen das selbst dann, wenn es nicht mehr ganz frisch ist. Auch Gras, Samen, Würmer und Insekten stehen auf ihrem Speiseplan, und wenn die Katzen eine Maus liegen lassen gibt es ein Hennenrennen: der Schnellsten hängt ein kleiner Nager aus dem Schnabel, der Rest der Schar ist ihr dicht auf den Federn.

Zum Nahrungskonkurrenten des Menschen wird das Huhn erst in der industrialisierten Landwirtschaft, wo sowohl Legehennen als auch Masthühner vor allem mit Getreide gefüttert werden. Jetzt muss man natürlich schon auch erwähnen, dass da mitunter zu Viehfutter wird, was eigentlich für den Menschen angebaut aber nach der Ernte als zu klein/groß/hässlich oder sonst wie nicht handelstauglich klassifiziert wurde. Oder Nebenprodukte der Nahrungsmittelerzeugung, etwa wenn Raps gepresst wird und ein Ölkuchen übrig bleibt. Ein zu großer Anteil der Futtermittel wird dennoch dort angebaut, wo stattdessen Nahrung für den Menschen wachsen könnte. Und auch hier am Koglerhof reichen die Reste nicht aus, um unsere kleine Schar von etwa zehn Hennen, deren Küken und ein paar Hähnen satt zu kriegen. Wir besorgen Weizen und Mais bei einer Futtermühle, und genau damit wollen wir aufhören: mit dem Zukaufen und wenn irgendwie möglich überhaupt mit dem Füttern von Getreide.

Natürlich weiß ich, dass es nicht einmal der viel zitierte Tropfen auf den heißen Stein ist, wenn wir unsere Handvoll Hühner anders füttern. Aber darum geht es ja nicht. Es geht um Denkanstöße und um das Ausprobieren von Alternativen. Genau darüber habe ich also mit den anderen geredet, und das waren die Vorschläge: sich mit ein paar hiesigen Haushalten zusammentun und das alte Brot sammeln; die Gaststätten im Ort fragen, was sie mit ihren Essensresten machen; die abgelaufene Ware aus den Supermärkten füttern.

Die Hühner also wieder zu dem machen, was sie auf Höfen seit Jahrhunderten sind: Resteverwerter. Dass das noch nicht im größeren Stil umgesetzt wird hat vermutlich viele Gründe. Einer davon könnte sein, dass es mit Vorschriften zur Fütterung, besonders in der Biolandwirtschaft, nicht so leicht zu vereinbaren ist. Ich werde dranbleiben, aber nicht sofort: Der Babysitter holt jetzt die Jungkoglerinnen ab, und wir feiern den Geburtstag nach.

Nach den Sternen greifen

Absoluten Neuigkeitswert hat das jetzt nach mehr als drei Monaten nicht mehr, aber der Vollständigkeit halber sei es erwähnt: Mathilda ist da! Ein fröhliches, entspanntes und selbstverständlich wunderschönes Baby.

„Nein“, habe ich zum Kogler gesagt, „diese Krämpfe im Bauch kommen wohl doch nicht davon, dass ich zu viele Milchprodukte gegessen habe. Lass uns fahren.“ Das war um Mitternacht vor jenem Morgen, an dem ich zum Einleiten der Geburt ins Spital bestellt gewesen wäre. Es war nämlich schon zehn Tage über dem errechneten Geburtstermin, und da kennt die moderne Schulmedizin dann keine Gnade mehr. Ich aber auch nicht, denn das Einleiten wollte ich um jeden Preis verhindern. Also habe ich alles ausprobiert, was dem Körper und dem Kind angeblich auf die Sprünge hilft: Stundenlang spazieren gehen, literweise Hebammentee trinken, ein heißes Bad nehmen und innerlich mit dem Baby verhandeln. Okay, fast alles, die Bauerneinleitung haben wir ausgelassen, obwohl es gerade in unsrem Fall durchaus seinen Charme gehabt hätte, wenn genau das die Wehen auslöst.

Jedenfalls, ein paar Stunden nach Spaziergang, Tee, Bad und Verhandlung sind sie wirklich losgegangen, und ob das nicht so oder so passiert wäre lässt sich nicht mehr feststellen. Ebenso wenig wissen wir, warum Mathilda beschlossen hat, sich zwar brav mit dem Kopf nach unten dabei aber dem Gesicht nach oben in mein Becken zu begeben. Der Kogler und ich haben unmittelbar bevor es losging den letzten Teil der sensationellen ARTE Mondlandedoku gesehen, und da fand sie es vielleicht passend, als Sternenguckerchen auf die Welt zu kommen. Und so ist zwar zunächst alles ruck zuck gegangen, aber plötzlich ist sie festgesteckt, und der Arzt war der Meinung, wir müssen den Druck, sprich die Wehen verstärken. Das fand ich nicht so super, weil mir waren die eh schon wild genug, aber ich ließ mich überzeugen. Wenn ich das jetzt so Revue passieren lassen denke ich mir: Hey, du hast zwischen den Wehen im Kreißsaal mit einem Arzt verhandelt, ziemlich lässig. Die mentale Geburtsvorbereitung hat sich ausgezahlt! Den Kogler dabei haben natürlich auch, der hat mich, wie vorher vereinbart, noch dreimal gefragt, ob das jetzt wirklich in Ordnung für mich ist, einen Wehenverstärker zu bekommen. Und meinen Arm zum Einführen der Kanüle erst freigegeben, nachdem ich das dreimal bestätigt habe. Es war dann immer  noch ein Kraftakt, sie aus dieser ungünstigen Schädellage über die Engstelle im Becken zu manövrieren, aber wir haben es geschafft, und keine fünf Stunden nach den ersten Wehen tat sie ihren ersten Schrei. Ich wollte unbedingt, dass das Baby sofort auf meinen Bauch gelegt wird, so wie es ist, wäre aber selber zu erschöpft gewesen, darauf zu bestehen. Auch das hat der Kogler für mich übernommen, und die Hebamme hat mit dem Abwischen gewartet, bis wir unseren Moment hatten. Geweint habe ich auch diesmal nicht in erster Linie vor Rührung, sondern weil ich froh war, dass es vorbei ist.

Richtig ergriffen war ich dann ein paar Stunden später, als die große Jungkoglerin, die in der Zwischenzeit mit Oma und Opa Haus und Hof gehütet hat, die kleine Jungkoglerin kennen lernte. Es zeigte sich vom ersten Moment: klar ist sie eifersüchtig, aber nicht auf ihre Schwester, sondern darauf, dass sie nicht alles, was wir mit dem Baby machen, auch darf oder kann. Mittlerweile ist der Alltag zu viert bei uns eingekehrt, und im September haben wir auch wieder begonnen zu hosten. Drei Leute aus Kolumbien waren da, die daheim Sozialarbeit im Gefängnis machen und mit uns leidenschaftlich gern politische Diskussionen geführt haben. Sie sprachen kaum Englisch, was umso besser für unser Spanisch war. Über die jüngsten Wahlergebnisse in Kolumbien haben sie sich sehr gefreut. Dann ein Paar mit Kleinkind aus Deutschland, die Mama sehr jung, gerade am Beginn ihres Studiums, und genau so wollte sie das. Sie leben im ehemaligen Osten, und schon für ihre Mutter und ihre ältere Schwester war es ganz klar, das geht, mit Kind studieren, und es wird von Seiten der Uni und des Staates so selbstverständlich ermöglicht, dass ich mich fast schon gefragt habe, warum ich das nicht so gemacht habe und ob das hierzulande auch so easy geht.

Auf meine Erholung im Wochenbett habe ich zunächst nicht ganz so brav geachtet. Dann aber wurden wir darauf hingewiesen, mit welchem zeitgenössischen Helden Mathilda ihren Geburtstag teilt, und da wusste ich, es ist wieder einmal  Zeit. Und sieben Bände Harry Potter kann man nicht lesen, ohne dabei viel zu liegen und sich auszuruhen. Seit Kurzem bin ich damit fertig, und nicht zuletzt das gibt mir die Gelegenheit, hier endlich mal einen neuen Beitrag zu schreiben. Es hat mir gefehlt, es soll wieder öfter vorkommen. Zu Erzählen gibt es genug, vom neuen Widder, vom warmen Herbst, von den Kindern, vom Leben am Land, von unseren Visionen. Hinweis an den Kogler: eine gute Stunde habe ich jetzt für den Text gebraucht, inklusive nochmal Lesen (Er hat Angst, dass uns Hof, Familie, Erwerbsarbeit, Politik und regelmäßig Schreiben zu viel werden. Ich auch. Habe ich schon mal erwähnt, dass sich ein Hof als Kleinfamilie mit Selbstverwirklichungsambitionen kaum führen lässt? Workaway ist wirklich großartig, aber Menschen die dauerhaft hier mit uns leben wären auch echt super).

Apropos Ambitionen: Ende des Monats beginnt der Agrarpolitische Grundkurs der ÖBV (Österreichische Berg- und Kleinbäur*innen Vereinigung), und ich gehe davon aus, ich werde bereuen, dass ich den Kurs nicht schon viel früher gemacht habe.

 

Reich

Wir können nicht ständig Blumenfotos posten, sage ich vor ein paar Tagen zum Kogler, als er mal wieder eine der wunderschönen Dahlien vor dem Haus auf unsere Social-Media-Accounts hochladen will. Weil erstens: wir sind ein Bauernhof mit Aufklärungsanspruch, da müssen der Facebook und Instagram-Auftritt mehr bieten als schöne Bilder. Und zweitens: In meiner politischen Sozialisation habe ich gelernt, dass nichts so sehr für konservative Häuslichkeit steht wie Blumen, besonders solche vor Fenstern oder in Vasen.

Jetzt ist es aber so, dass ich gerade ständig Blumen abzwicke und als Zierde im Haus arrangiere, und das dann auch wirklich hübsch aussieht und mich selber zum Posten verführt – siehe Titelbild. Also brauche ich eine Begründung, warum das eh in Ordnung ist. Dafür greife ich wieder einmal auf die über hundert Jahre alte und dennoch hoch aktuelle Forderung Brot und Rosen [1]von amerikanischen Gewerkschafterinnen zurück. Es ist nämlich so, dass wir seit einer guten Woche nur noch darauf warten, dass die zweite Jungkoglerin zur Welt kommt. Davor haben wir noch ziemlich viel rund um den Hof erledigt, Holz spalten, Hähne schlachten, die erste Mahd einbringen, am neuen Hühnerhaus weiterbauen, die Mirabellenernte zu Kompott verarbeiten, den Gemeinschaftsgarten pflegen… alles mit Hilfe von helfenden Workaway-Händen. Seit dem 10. Juli, also etwa 10 Tage vor dem errechneten Geburtstermin, geben sich Familienmitglieder die Klinke in die Hand, um uns die Routinetätigkeiten abzunehmen und Haus, Hof und die schon vorhandene Jungkoglerin zu betreuen, wenn es dann wirklich losgeht. Apropos: die wird fünf, einen Tag vor dem Termin, ihr Kommentar dazu: Dann hab ich halt ein Geschrei an meinem Geburtstag. Und dank Patentante und Großeltern eine richtig geile Kinderparty am Hof, mit Topfklopfen, Wasserbomben werfen, Lagerfeuer und Würstel grillen. Und Einhorntorte, das eine oder andere Zugeständnis an liebliche Trends und Moden unter Kindern, die man eigentlich eher (konsum)kritisch sieht, muss man machen.

Doch zurück zu den Blumen bzw. der Tatsache, dass ich gerade so viel Zeit und Unterstützung habe, dass ich lauter Dinge tun kann, die sonst einfach nie wichtig genug sind. Die Brotlade sauber machen etwa, Regenjacken imprägnieren, jahrelang gewachsene Stöße von Magazinen aussortieren, Kinderzeichnungen aufhängen, Einhorntorten selber backen und verzieren und eben das Zuhause mit Blumen verschönern. Keine Frage, dieser Anfall von Häuslichkeit muss mit den Hochschwangerschaftshormonen zu tun haben, aber dass ich die Möglichkeit habe, ihn auszuleben, hat mit Brot und Rosen zu tun. Mit Mutterschutz und Wochengeld, um genau zu sein. Das Prinzip einfach erklärt: die werdende Mutter wird für einige Wochen vor und nach der Geburt von der Notwendigkeit freigestellt, für ihren Lebensunterhalt zu schuften. Den Verdienstentgang übernimmt eine solidarische Allgemeinheit, im österreichischen Fall die jeweilige Sozialversicherung. Seit den 80er Jahren (1980er!) auch für Bäurinnen, in Form von Betriebshilfe oder als Geldleistung, damit man die Hilfe selber organisieren oder eine Zeit lang auf die Herstellung marktfähiger Produkte verzichten kann. Oder beides, Hauptsache es ermöglicht der Bäurin – und dem Bauern! – einfache, nicht notwendige, das Leben und die Umgebung verschönernde Dinge zu tun. Es lebe das Reich der Freiheit! Und alle, die uns so großartig unterstützen in diesen Tagen.  Wir werden ein Fest des Lebens, der Liebe und der Solidarität feiern, der neuen Erdenbürgerin und euch zu Ehren, wir freuen uns darauf.

 

[1] Aus einer Rede der New Yorker Gewerkschafterin Rose Schneiderman, 1911: “The woman worker needs bread, but she needs roses too”. Gefordert wird damit nicht nur ein gerechter Lohn (Brot), sondern auch ein Leben, das diesen Namen verdient, mit Freizeit, Tanzen, Schlemmen, Lagerfeuern, Gedichten, Rotwein usw. (Rosen). Oder um es in den Worten der ÖBV-Frauen auszudrücken: Wir wollen das gute Leben für alle!

Schon am Morgen müde

Ja, so gehts uns grad wieder. Und warum? Weil man einen Bauernhof nicht als Kleinfamilie führen kann! Ich muss das immer und immer wieder betonen, und irgendwann werde ich einen Ratgeber für Stadtfluchtwillige schreiben, darüber, worauf sie sich gefasst machen sollten. Das heißt, es geht schon, aber dann müsste man davon leben können und in der rein bäuerlichen Tätigkeit seine ganze Erfüllung finden, 365 Tage im Jahr. Ich kann mich jetzt zum Beispiel entscheiden, ob ich den Wein schneide oder mich mit der Frage beschäftige, warum kleinbäuerliche Betriebe – und auch sonst alle – das neue Tierschutzvolksbegehren in der derzeitigen Fassung nicht unterschreiben sollten. Ich kann also entweder süße Trauben ernten oder mir Zeit für Politisches nehmen. Aber ich will doch beides, Brot und Rosen! Und Menschen, die dauerhaft hier mit uns leben. Und eine Hofwärts Solidargemeinschaft, ernähren kann dieses Stück Land nämlich mehr Menschen als uns.

Habt ihr denn zur Zeit keine Hilfe gegen Kost und Logis, fragen sich jetzt vielleicht manche der Lesenden. Doch, immer wieder, für ein paar Tage oder mal eine Woche, aber grade keine langfristigen Aufenthalte. Und von Hand melken zum Beispiel lernt man nun mal nicht nach ein, zwei Tagen. Besonders herausfordernd wird es, wenn der Kogler und die Nachwuchsbäurin auf dem Weg in den Kindergarten noch auf einen Abschiedskuss vorbeikommen und einen beim Verlassen des Stalls einsperren. Macht der Gewohnheit, sagt der Kogler entschuldigend am Telefon, aus dem Stall rausgehen, Tür verschließen. Würd ich auch behaupten. Nach getaner Melkarbeit komme ich also nicht wieder raus, zum Glück gibt es einen Hinterausgang über den Misthaufen. Dazu muss man durch den Melkstand kriechen, an sich schon nicht ganz einfach, und ein Babybauch erleichtert die Sache nicht gerade.

Als ich dann fluchend über den Kogler den Misthaufen runterstapfe, höre ich aus dem anderen Stall das hohe Stimmchen eines neugeborenen Lamms und dieses großartige Mutterschafgeräusch, von dem ich gar nicht genug kriegen kann: ein sanftes, tiefes, leises Brummen. Hier bin ich, alles gut. Als ich  nachsehen gehe, stupst Fortuna das eine ihre beiden noch nassen Kleinen grad mit der Nase Richtung Euter, und ich bin vollends im siebten Hofhimmel. Die Sonne scheint, vor dem Haus blühen die Narzissen in verschiedenen Gelbtönen, ich mache mir einen Tee und setze mich zum Schreiben dieser Zeilen auf die Terasse.

Jetzt recherchiere ich weiter, denn müde hin oder her, solange nicht alle verstanden haben, dass kleinbäuerliche Strukturen die notwendige – wenn auch nicht hinreichende – Voraussetzung für ressourcenschonende, regionale, solidarische, tierschützende und resiliente Nahrungsmittelversorgung sind, gibt es noch viel zu tun.

Projekt Gemeinschaftsgarten

Was soll das sein?

Ein Versuch! Auf unserem kleinen Hof am Nestelberg in St. Stefan betreiben wir seit Jahren Selbstversorgung mit Obst und Gemüse, so gut das zu zweit und neben Familie und unseren Jobs eben geht. Irgendwann haben wir uns gedacht: Land ist mehr als genug da, warum tun wir uns nicht mit anderen zusammen und teilen die Arbeit und die Ernte? Und dabei auch gleich das Wissen, die Freude und manchmal auch den Frust.

Für wen soll das sein?

Für alle, die Lust haben, Obst , Gemüse und Kräuter aus eigenem Anbau zu genießen und dabei nicht allein vor sich hin zu werken! Der Gemeinschaftsgarten ist für die, die keinen Ort haben um etwas anzubauen, aber auch für alle, die selbst einen Garten oder sogar noch mehr Land haben. Denn die eigentliche Frage ist: Arbeite ich lieber alleine oder gemeinsam mit anderen?

Besonders freuen wir uns auch über Mamas und Papas bzw. Omas und Opas, die ihre Kinder und Enkel mitbringen und mitmachen lassen wollen! Willkommen sind uns aber alle, Nachwuchs ist keine Voraussetzung ;o)

Wie sieht das genau aus?

Das wissen wir selbst noch nicht. Eine Voraussetzung ist sicherlich die Bereitschaft, zumindest einen Halbtag in der Woche in den Gemeinschaftsgarten zu stecken. Etwa um Jungpflanzen zu ziehen, Beete vorzubereiten, zu jäten und irgendwann natürlich um zu ernten. An Kosten fällt im ersten Jahr nur eine Beteiligung am eingekauften Saatgut an, oder ihr bringt selber Saatgut mit – da wir ein Biobauernhof sind, muss es allerdings auch Bio-Saatgut sein.

Alles andere soll sich mit den Beteiligten entwickeln: wie viel genau wollen wir anbauen, wollen wir auch Obstbäume und Sträucher setzen, um in den nächsten Jahren davon zu ernten, sollen Strukturen hinzukommen (zum Beispiel Zäune und Hochbeete), wollen wir Überschüsse gemeinsam verarbeiten? Uns geht es bei dem Projekt jedenfalls nicht um einen finanziellen Gewinn, sondern darum, in einer Gemeinschaft anzubauen, zu gestalten, zu lernen und zu genießen. Am Ende soll das Geben und Nehmen für alle stimmen – und wann das der Fall ist, lässt sich mit der besten Planung nicht im Voraus festlegen. Neben Zeit gilt es also Neugier und Offenheit für ein Projekt in den Startlöchern mitzubringen.

Wo ist das nochmal?

Am Koglerhof in St. Stefan im Rosental, Nestelberg. Umgeben von Hühnern, Schafen, Wiesen und Wäldern. Als überzeugte Biobäurin arbeite ich ohne Kunstdünger, ohne Unkraut- und Schädlingsvernichter (die wirken nämlich auch auf alles drum herum) und am liebsten mit lokalem, ungebeiztem Saatgut. Also Achtung, Schnecken und Kartoffelkäfer klauben könnte ebenso zu den Arbeiten im Gemeinschaftsgarten gehören wie im Herbst selber Tomatensamen fürs nächste Jahr zu gewinnen!

Ich will mitmachen! Wann und wie?

Ein Einstieg ist jederzeit möglich, am besten bei mir telefonisch oder per Mail melden: Isabella Bösch-Weiss, 0699 1029 1774, isabella@hofwaerts.at

Updates posten wir auch auf Facebook und Instagram: facebook/hofwaerts

Lammfleisch, aber richtig!

Hofwärts proudly presents: Krainer Steinschaf Bio-Lammfleisch oder Warum wir tun, wie wir tun. Versuch eines unalphabetischen Wörterbuchs der umweltgerecht-tierethischen Fleischproduktion.

Krainer Steinschaf: Dabei handelt es sich um eine hochgefährdete alte Nutztierrasse, die ursprünglich in Gegenden Kärntens, der Steiermark und Sloweniens beheimatet war. Wir haben uns für die Krainer entschieden, weil sie zutraulich und bunt sind! Ersteres sind sie, weil sie traditionell auch als Milchschafrasse verwendet wurden. Bei Melktieren gehört Aufgeschlossenheit gegenüber Menschen quasi zur Jobbeschreibung. Bunt heißt, dass es schwarze, braune, graue, weiße und gefleckte Tiere gibt, wobei die dunklen Farbschläge überwiegen. Folgerichtig ist es auf unseren Weiden also das weiße Schaf unter den schwarzen, das verhaltensauffällig ist. Das mag allerdings auch daran liegen, dass es sich beim Weißen um einen der beiden Zuchtwidder handelt. Die Herdengröße von rund 20 Muttertieren, zwei Widdern und etwa 30 Lämmern im Jahr ist ideal für uns: wir kommen mit den am Hof vorhandenen Weide- und Heuflächen gut aus und kennen außerdem noch alle Tiere – ja, inklusive Lämmer – beim Namen!

In den letzten Jahren hat das Krainer Steinschaf ein Comeback als Fleischrasse gefeiert und wird wieder vermehrt gehalten und gezüchtet. Wer das zarte Fleisch einmal gekostet hat und um die besonderen, aufwändigen Produktionsbedingungen Bescheid weiß – die Lektüre dieses Wörterbuchs hilft dabei! – wird kein anders Lamm mehr essen wollen.

Alte Nutztierrasse: Mit diesem Begriff tun wir uns ein wenig schwer, weil alt an sich überhaupt nichts aussagt bzw. etwas nicht automatisch gut ist, weil es alt ist. Verwendet wird der Begriff alte Nutztierrasse als Abgrenzung zu moderner Hochleistungsrasse. Vor diesem Hintergrund lässt er sich wie folgt definieren: Es handelt sich dabei um eine Nutztierrasse, die hervorragend an ihren Lebensraum angepasst ist und in der Regel für mindestens zwei, wenn nicht sogar mehr Zwecke gehalten wird. So sind die Krainer Steinschafe beispielsweise gute und genügsame Futterverwerter, die auch mit dem kargem Nahrungsangebot eher trockener Gebiete gut zurechtkommen. Sie sind ideal geeignet für die Freilandhaltung in ihren Heimatgegenden und ihr Organismus hat sich an die lokalen Krankheitserreger und Parasiten angepasst. Diese Standortangepasstheit ist das Ergebnis jahrhundertelanger Züchtung.

Wie viele andere alte Nutztierrassen auch ist es ein klassisches Mehrnutzungstier: Es liefert den Menschen Fleisch, Milch und Wolle. Auf unserem Hof etwa werden sie hauptsächlich für die Vermarktung von Lammfleisch gehalten, zweimal im Jahr aber melken wir ein paar Wochen lang für den Eigenbedarf an Milchprodukten. Und wenn wir das nicht tun, ist es auch egal: es ist ja eine Zweinutzungsrasse, die auch dann einen wirtschaftlichen Zweck erfüllt, wenn sie nicht  gemolken wird. Die Wolle dient als Isoliermaterial und Langzeitdünger, die Felle lassen wir gerben und verwenden sie als Kinderwagenwärmer, Wickelunterlage, Bettvorleger und Gartenmöbelauflage.

Moderne Hochleistungsrassen: Sie entstehen, wenn in der Zucht auf ein bestimmtes Merkmal fokussiert wird, und zwar auf eine möglichst hohe Leistung des Tieres in einem Bereich. Auf das Schaf umgelegt sind so in den letzten Jahrzehnten Milchschafrassen und Fleischschafrassen entstanden. Das Gleiche gilt für Rinder, und bei Hühnern kennen wir Legerassen und Fleischrassen. Das Verfahren im Schnelldurchlauf am Beispiel der Milchkuh: Gesucht sind Tiere mit hoher Milchleistung, das ist die Menge an Milch, die ein Tier aus seinem Futter produzieren kann. Wie viel Liter Milch das sind, hat mit dem Stoffwechsel der einzelnen Tiere zu tun: Manche Kühe können mehr Nahrung in kürzerer Zeit in Milch verwandeln als andere. Ein weiteres wichtiges Merkmal bei Milchkühen ist natürlich ihre Melkbarkeit: Ein Tier, das sich nicht anfassen lässt, kann noch so viel Milch im Euter haben, es wird das Rennen um den Titel beste Milchkuh im Stall nicht für sich entscheiden. Werden nun konsequent jene Kühe vermehrt, die viel Milch geben und sich gut melken lassen, dann weisen nach ein paar Generationen verlässlich alle neugeborenen Tiere diese Eigenschaften auf bzw. geben sie weiter: eine Hochleistungsrasse ist entstanden. In Zahlen: 1960 gab eine hervorragende Milchkuh etwas mehr als 3.000 kg Milch pro Jahr, 2016 lag die Spitzenleistung bei mehr als 8.000 Litern im Jahr. Klingt doch super, warum dann überhaupt mit den alten Nutztierrassen weiter tun? Die Antworten haben mit der Mensch-Tier-Beziehung, (Stichwort Tierethik) mit Ressourcenschonung und mit Widerstandskraft (Stichwort Resilienz) zu tun.

Tierethik: Diese Disziplin befasst sich mit den moralischen Fragen, die sich aus dem Umgang des Menschen mit Tieren ergeben. Eine solche Frage stellt sich zum Beispiel, sobald eine Milchkuh ein Stierkalb zur Welt bringt oder aus dem Ei einer Legehennenrasse ein männliches Küken schlüpft. Wegen des fehlenden X-Chromosoms wird ersteres niemals Milch geben und zweiteres kein einziges Ei legen, und aufgrund weiterer genetischer Voraussetzungen ist es wirtschaftlich nicht sinnvoll, sie als Fleischtiere zu mästen: ihre Vorfahren wurden schließlich dahingehend gezüchtet, ein Maximum des verfügbaren Futters in Milch bzw. Eier zu verwandeln, während seine Verwandten der Mastlinien unschlagbar darin sind, dasselbe Futter als Fleisch anzusetzen. Die männlichen Nachfahren von Legerassen bzw. Milchkühen haben im Vergleich keine Chance, das Verhältnis von Input (Futter) zu Output (Fleisch) lohnt sich nicht. Was also tun mit ihnen? Männliche Küken werden zu Millionen am ersten Lebenstag getötet, Stierkälber, bei denen das aus Tierschutzgründen verboten ist, werden oft vernachlässigt und dann ebenfalls so bald wie möglich geschlachtet. Die tierethische Frage lautet: Hat jedes Tier, das in der Obhut des Menschen zur Welt kommt, das Recht auf ein Leben vor dem Tod?

Ressourcen: Die Mittel, die eingesetzt werden müssen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. In der Landwirtschaft sind das zum Beispiel Futter und Medikamente. Je nachdem, wie viel davon verwendet werden muss, um das gewünschte Lebensmittel zu produzieren, spricht man von intensiver oder extensiver Landwirtschaft. Oben habe ich die standortangepassten und daher robusten alten Nutztierrassen erwähnt. Für unseren bäuerlichen Alltag mit Krainer Steinschafen heißt das: in aller Regel bekommen unsere Schafe erst am Ende ihres Lebens einen Tierarzt zu Gesicht. Und dann nicht etwa, weil sie krank sind, sondern weil es konsumentenschutzrechtlich vorgeschrieben ist, vor dem Schlachten eine Lebendtierbeschau durchzuführen. Alles andere kriegen die Tiere alleine hervorragend hin, bei Bedarf verabreichen wir ihnen ein Wurmmittel. Krankheiten, Seuchen, Verletzungen oder Probleme beim Ablammen: kommen so gut wie nicht vor. Das ist bei Hochleistungsrassen anders und hat mehrere Gründe, nicht nur die geringere Standortangepasstheit. Auch die Massentierhaltung und der körperliche Dauereinsatz für die Lebensmittelproduktion (Milchkühe etwa sind fast ununterbrochen trächtig und werden gemolken) machen die Tiere anfällig für Krankheiten. Hochleistungsrassen verzeichnen also einen hohen oder auch intensiven Einsatz von Medikamenten, das gleiche Bild lässt sich für Futtermittel zeichnen. Viele alte Nutztierrassen sind ideal eingestellt auf das Futterangebot in ihrer Umgebung und können es ausgezeichnet verwerten. Der Output ist natürlich geringer: unsere Krainer setzen höchstens halb so viel Fleisch an wie ein Mastschaf in derselben Zeit. Sie benötigen dafür allerdings wesentlich weniger Futter, und davon nur das, worauf sich Wiederkäuer im Laufe der Evolution spezialisiert haben (und was Menschen ohnehin nicht verwerten können): Gräser und Kräuter, frisch von der Weide oder getrocknet als Heu. Ein Mastschaf, egal ob bio oder konventionell, wird zusätzlich dazu mit proteinreichem Futter versorgt. Durch Getreide, Mais und Soja setzt es rasch Fleisch an. Eine Zweinutzungsrasse wie das Krainer Steinschaf kann da nicht mithalten, das Fleisch wächst langsam und das Tier erreicht seine Schlachtreife oft erst mit einem Jahr. Doch der extensive Futtereinsatz schont Ressourcen und hat auch noch einen wunderbaren Nebeneffekt: Geschmacklich und gesundheitlich ist das Fleisch von extensiv und artgerecht gefütterten Tieren in Freilandhaltung unübertroffen. Das Gleiche – ressourcentechnisch wie geschmacklich – gilt übrigens für Milchprodukte: ohne intensiven Futtereinsatz können die Tiere keine Spitzenleistungen erzielen.

Resilienz: Ein Begriff aus der Psychologie, der in letzter Zeit auch rund um ökologische Fragen Konjunktur hat. Dort bezeichnet er die Widerstandsfähigkeit einzelner Arten und Ökosysteme gegenüber dem schleichenden oder abrupten Wandel der Umweltbedingungen. Mitunter wird er auch verwendet, um darzulegen, wie wichtig die Vielfalt an unterschiedlichen Nutztierrassen ist. Eine Konzentration auf Hochleistungsrassen bedeutet eine Verdrängung dieser Vielfalt und damit einen Verlust der bereits viel zitierten Standortangepasstheit. Gerade in Zeiten von Erderhitzung und Wetterextremen werden wir auf genau diese Bandbreite angewiesen sein, wenn wir Nutztiere züchten wollen, die diesen Bedingungen ohne intensiven Ressourceneinsatz gewachsen sind. Dasselbe gilt im Übrigen für die Sortenvielfalt von Nutzpflanzen und sowieso für die nicht (unmittelbar) landwirtschaftlich genutzte Umwelt, Stichwort Biodiversität.

Hofwärts Krainer: Damit meinen wir unsere eigene Herde sowie unsere persönliche Haltungspraxis. Die ist mit artgerecht und biologisch ganz gut umschrieben, doch manche Herausforderungen im Alltag sind nicht in Definitionen und Gesetzen geregelt. Im Umgang mit den Tieren fragen wir uns etwa immer wieder, was wir ethisch vertreten können. Wir hatten zum Beispiel einmal ein Schaf, das herausgefunden hat, dass es über Zäune springen kann. Es hat sie dabei zerstört, war eine Gefahr auf der Straße und hat mehr als einmal Nachbars Feld nieder getrampelt. Der Kogler wollte es schlachten, ich aber habe es nicht übers Herz gebracht, es dafür zu töten, dass es schlauer und mutiger als die anderen ist. Meine Ziege im Körper eines Schafes habe ich sie genannt. Als sich ihre Lämmer dieses Verhalten aber dann abgeschaut haben, war auch mir klar, mit so einem Tier lässt sich nicht züchten. Oder die Frage, wie mit mutterlosen Lämmern umgehen? Bei unseren rund 20 Muttertieren und etwa 30 Lämmern pro Jahr ist immer eines dabei, das von der Mutter nicht angenommen wird.  Es darf dann nicht trinken und blökt verzweifelt, weil es hungrig und einsam ist. Wir könnten es seinem Schicksal, sprich dem Hungertod überlassen, an einen Mastbetrieb verschenken oder selber füttern. Klar, ersteres kommt rechtlich und moralisch nicht in Frage, aber auch zweiteres nicht, weil: wir fühlen uns verantwortlich für die Tiere, die bei uns zur Welt kommen. Bleibt also, es mit der Flasche großzuziehen bzw. ihm zu Muttermilch zu verhelfen, indem wir die Auen zum Säugen festhalten. Mehrmals täglich, drei Monate lang. Oder die Frage der Namensgebung und der Anspruch, jedes Tier bei seinem Namen zu kennen. Immer wieder sagen uns Leute: was, und diese Tiere könnt ihr dann noch schlachten? Gerade diese Tiere! Denn die Alternative ist, dass es keinen Namen hat und nicht als Individuum wahrgenommen wird. Wir überlegen uns also für jedes Jahr ein Motto – heuer war es griechische Mythologie – und wählen daraus für jedes neue Lamm einen Namen. Dann versuchen wir uns Details zu merken, zum Beispiel weiße Flecken da und dort und ob die Wolle glatt oder lockig ist, damit wir sie wiedererkennen. Wenn es irgendwann Zeit wird, zu schlachten, hadert der Kogler – ich zum Glück weniger –  jedes Jahr wieder damit, dass er es ist, der über Leben und Tod entscheidet: welches wird jetzt geschlachtet, welches später, welches behalten wir zum Züchten und welches versuchen wir als Zuchttier zu verkaufen?

Schlachten: Das Töten eines Nutztieres, in der Regel, um es der Lebensmittelproduktion zuzuführen. Unsere Lämmer kommen im Jänner zu Welt und werden ab Herbst geschlachtet. Den Großteils ihres Lebens haben sie also auf der Weide verbracht, Gras und Kräuter gerupft und mit den anderen Lämmern herumgetobt. Irgendwann finden die Tiere draußen nicht mehr genug Nahrung und müssen mit Heu versorgt werden. Die Heuernte ist aufwändig, der Ertrag extrem wetterabhängig, und so versuchen wir nur die Tiere über den Winter zu füttern, die wir ohnehin behalten. Die anderen werden nach einem Leben, das diesen Namen verdient, zu einem exquisiten Nahrungsmittel. Im Nachbarort gibt es einen Bauern und Metzger, der sich am Hof Schlachträume eingerichtet hat, mit dem arbeiten wir zusammen. Wenn es soweit ist, werden die Tiere am Vorabend im Herdenverband in einem Hänger voll Heu zum Schlachtbetrieb gebracht. Der Transportweg ist kurz und die Tiere haben zu Fressen und vertraute Gesichter um sich. Am nächsten Morgen werden sie betäubt und dann mit einem Kehlenschnitt getötet. Nach der Schlachtung lässt der Metzger sie einige Tage im Kühlhaus abhängen, dadurch wird das Fleisch zart und mürbe. Wenn es vom Tierarzt beschaut und freigegeben wurde, treffen wir uns beim Schlachter, er zerlegt die Tiere in seine Teile und wir vakuumieren und etikettieren sie. Dann sind sie fertig für den Verkauf!

Erntedank

Fünf Minuten vor dem  Sechs-Uhr-Wecker von halbwüchsigen Hähnen geweckt, die grade das Krähen lernen, die Tiere trotzdem versorgt, Frühstück und Jause gerichtet, noch schnell lauwarm geduscht, bevor es die Jungkoglerin zu wecken galt. Heißes Wasser war grad aus, und da der Kogler beruflich in Wien weilt und die Singapuris, die grad gegen Kost und Logis mit anpacken, heute frei hatten, fand sich niemand sonst fürs Einheizen.  Hätte außerdem eh zu lange gedauert, bis das bei mir im Duschstrahl ankommt.

Jungkoglerin in den Kindergarten gebracht, Gäste aus Singapur bei der Zotter-Schoko-Fabrik abgesetzt, wieder heim, Vormittag für Büroarbeit genutzt: zwei Lammfell-Bestellungen bearbeitet, unsere Workshops bei Foodkoops beworben, Anfragen auf Workaway beantwortet, meine Verfügbarkeit für den Brotjob jenseits des Hofes bekannt gegeben. Alles, wozu ich nicht gekommen bin, auf einer To-Do-Liste für morgen notiert, Mittagessen vorbereitet, Wäsche aufgehängt.

Dann, beim Abholen der Kleinen, war der Schwung weg. Deshalb hab mich doch noch nicht getraut, mit der Kindergärtnerin über  Gott zu reden. Der ist gerade sehr präsent in den laut ausgesprochenen Gedanken der Jungkoglerin. Letztens etwa hat sie dem Kogler erklärt, sie könne spüren, dass Gott bei ihr sei. Es dürfte mit den Vorbereitungen zum morgigen Erntedankfest im Kindergarten zu tun haben und den Liedern und Geschichten dazu. Denn höchstpersönlich erschienen wird er ihr ja wohl nicht sein. Ich sage ihr also, dass es sich mit Gott ähnlich verhält wie mit Gespenstern, Hexen und Monstern. Sie existieren natürlich, aber nicht in Echt, sondern in den Geschichten, die sich die Menschen erzählen. Das sind zwei unterschiedliche Formen von echt, Kinder können beide. Gedanklich füge ich hinzu: Aber auch für manche Erwachsene sind diese Erzählungen Grund genug, sich so zu verhalten, als gäbe es wirklich einen Gott. Ist in Ordnung, abgesehen von Gewalt und Unterdrückung im Namen eines Gottes. Andere, darunter deine Eltern, ersetzen die Geschichte von Gott durch jene von Aufklärung und Humanismus (von wegen ohne Bekenntnis!), manche leben mit beiden Geschichten gleichzeitig und darüber hinaus gibt es unzählige Schöpfungsmythen und Gottesversionen. Wichtig ist vor allem, dass jeder Mensch die Wahl hat. Daher müssen Kinder, denen von der Existenz Gottes erzählt wird, auch über seine Nicht-und Anders-Existenz aufgeklärt werden. Dann frage ich sie, warum ich Gott für unsere Ernte danken soll, wo doch ich diejenige war, die gesät, gejätet und ins Haus getragen hat, und dass wir angesichts der von uns Menschen herbeigeführten ökologischen Krise von Jahr zu Jahr froher sein können, wenn es überhaupt irgendetwas zu ernten gibt. Stimmt, den zweiten Teil des Satzes habe ich wieder nicht gesagt, aber gedacht habe ich mir: das hätte ich gerne, das mit Kindern thematisiert wird, wenn es um Erntedank geht. Wie dem auch sei, wenn ich ihr so komme, wird sie unrund, denn wie kann denn so falsch sein, wovon die Kindergärtnerinnen, bei denen sie sich aufgehoben und angenommen fühlt, erzählen? Wenn ich dann doch demnächst das Gespräch mit den beiden suche, werde ich damit beginnen, dass sie ihren Job ziemlich gut machen.

Wieder daheim war ich dann sehr schlecht drauf. Frisch enttäuscht von mir selber, immer noch enttäuscht vom Ergebnis des Frauenvolksbegehrens und vor allem von denen, die unterschrieben hätten, weil sie finden eh klar gehört das unterzeichnet, aber irgendwelche blöden Ausreden hatten. Mindestens zehn davon kenne ich, und von „der Weg  zum nächsten Gemeindeamt war zu weit“ über „ich hatte nie einen Ausweis bei mir“ zu „ich hab gedacht, das geht noch länger“ und sogar „was, das gabs???“ war alles dabei. Von „Ich unterschreibe nicht, weil ich nicht jede Forderung gut finde“ oder „…weil die gendern“ red ich ja gar nicht, denn es handelt sich dabei nicht um Ausreden. Wer das sagt, hat nie in Erwägung gezogen, zu unterschreiben und hätte immer irgendeinen Grund gefunden. Meine Meinung.

Unzufrieden also und auch übermüdet weil es seit Tagen rund geht – Sonntag im Nachbarort alten Schuppen abgebaut, der hier als neues Hühnerhaus wieder auferstehen wird, Montag Schlachtung von vier Altschafen und Lieferung an den Schafsmetzger zum Verwursten, Dienstag ÖBV-Frauenarbeitskreistreffen in Linz, Mittwoch, also gestern, ok, da war zumindest Ausschlafen – wird es mir irgendwann zuviel, ich bin mal wieder den Tränen nahe und die alt bekannten Zweifel packen mich. Ich lass die Jungkoglerin alleine weiter puzzeln und schreibe selbstmitleidige Nachrichten an meine Schwestern in Wien. Wie furchtbar alles ist und was ich überhaupt hier mache, dass Hofwärts sowieso nie das werden wird, was wir uns vorstellen und so weiter. Wenigstens hilft es.

Später dann kommt eine Freundin mit gleichaltrigem Kind zu Besuch, ich kann mich ein wenig ausheulen und dann gehen wir noch spazieren. Wir gehen zu unseren Minikiwi-Bäumen, zu den Weinstöcken und in den Tomatentunnel, wir kommen am Walnussbaum vorbei und im Wald liegen noch Maroni, viele.

Ich bin versöhnt für heute. Jetzt gehe ich schlafen, der Wecker ist wieder auf 6:00 gestellt. Morgen versorgen die mit massenhaft Zotter-Schoko Aufgetankten die Tiere, ich werde Zeitung lesen und dann der Jungkoglerin eine Schüssel voll Tomaten richten, roten und gelben, runden und länglichen, großen und kleinen. Selbst gezogen, frisch von der Staude. Jedes Kind soll zum Erntedank Gemüse für die gemeinsame Jause mitbringen. Warum ein so schönes Ritual nicht auch ohne Gott auskommt, bleibt mir vorerst ein Rätsel, aber das ist ebenfalls in Ordnung.

Heuernte

Hier her, du musst dich hier her stellen. So, und groß machen mit den Armen, so groß du kannst! Die Nachwuchsbäurin und ihre Freundin helfen dem Bauern, die Schafe auf eine neue Weide zu treiben. Jetzt, wo die Heuzeit endgültig vorbei ist, gehören alle Wiesen ihnen. So engagiert wie kleine Kinder das nun mal können, brüllt das Erstere dem Letzteren zu, wo es sich zu positionieren und wie es sich zu verhalten hat.

Ich sitze währenddessen auf der Bank vor dem Haus und versuche, einen Blogbeitrag übers Heuen zu schreiben. Wie man auf dem Foto oben sieht, hat hier mittlerweile der Altweibersommer Einzug gehalten (heißt angeblich so wegen der vielen Spinnennetze, die hierzulande in großer Zahl im taunassen Gras eines sonnigen Septembermorgens zu sehen sind und an das Haar alter Frauen erinnern).  Aber ich schwöre, noch vor Kurzem war es so heiß, dass wir eine weitere Mahd eingebracht haben – am 20. September!  Wer auf Anhieb weiß, warum das unüblich ist, wurde wohl mit der Heugabel in der Hand geboren und kann die Lektüre ab hier bleiben lassen. Für alle anderen:

Kleines 1×1 des Heuens

Heuen bezeichnet den gesamten Prozess des Heu Machens bzw. der Heuernte. Also vom ersten Blick auf sämtliche Wetterberichte über das Absagen aller Termine für die nächsten Tage bis zum gegenseitigen Heu-aus-den-Haaren-Zupfen nachdem alles unter Dach ist.

Ist die Entscheidung fürs Heuen getroffen, werden die Geräte einsatzbereit gemacht. In unserem Fall ist das ein Steyr-Traktor Baujahr ´63 mit einem seitlich ausklappbaren Mähwerk. Damit tuckert der Bauer dann über unsere Hügel und zu seiner Rechten wird der Aufwuchs der Wiesen abgeschnitten. Sieht schön aus, der große Kerl auf dem kabinenlosen Traktor, dessen längst verblasstes Rot über die grünen Wiesen zieht. (Ich kann auch Traktor fahren! Aber mir fehlt die Übung. Feministisch betrachtet sollte ich daran längst etwas ändern, von wegen Vorbild sein, Unabhängigkeit und so. Pragmatisch betrachtet reiße mich nicht wahnsinnig darum, Fahrpraxis zu gewinnen. Eine Fähigkeit zu haben bedeutet immer auch, dass sie einzusetzen erwartet werden könnte. Und wie gesagt: ein schöner Anblick).

Die frisch geschnittenen Gräser und Kräuter werden alsbald einmal gewendet, zu diesem Zweck wird der Heuwender an den Traktor angehängt. Je nach Witterungslage zwei bis drei Tage trocknen lassen, mehrmals Wenden, bis zum Verzehr an einem trockenen, luftigen Ort lagern. Der nennt sich Heuboden, Heustadl oder Heuschober. Wie es dort hinkommt? Mit dem Heuwagen. Auch das ist ein Anhänger für den Traktor, etwa eineinhalb Menschen hoch, ausgestattet mit einer, wie soll ich sagen, Walze mit Zinken, die das in Schwaden gereihte Heu beim Drüberfahren hinein gabelt. Fürs Schwaden gibt’s natürlich auch ein eigenes Gerät.

Einst, Jetzt und in Zukunft

Zu anderen Zeiten und an anderen Orten werden fürs Schneiden Sensen, fürs Wenden Heugabeln und fürs Schwaden Rechen eingesetzt. Und viel menschliche Arbeitskraft. Könnten wir auch so machen, wollen wir aber nicht. Weil sich weiter bilden, Blogbeiträge schreiben, außerhalb des Hofes arbeiten und Freizeit haben auch Spaß machen.

Zurück zum 20. September: Üblicherweise ist die erste Mahd – also der erste Schnitt, die erste Heuernte – frühestens Ende Mai sinnvoll, die letzte Mahd sollte im Lauf des August eingebracht sein. Davor und danach sind die Tage kürzer, die Morgen taunasser, das Wetter unbeständiger und die Temperaturen niedriger. Aber heuer hatten wir Glück im Unglück. Glück, weil wir auf einen Sommer zurückblicken konnten, in dem sich Regen und Sonnenschein nahezu perfekt abgewechselt haben. Das sind optimale Wachstumsbedingungen für die Wiese, und als der September nochmal Heuwetter aufgeboten hat, war genug da für eine weitere Mahd. Unglück, weil es sich nichtsdestotrotz um ein ungewöhnliches Wetterphänomen handelt, wie zum Beispiel auch die extreme Hitze und Trockenheit dieses Jahr in Teilen Deutschlands. Und weil diese Wetterphänomene zunehmen, und das Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion in Zukunft nicht leichter machen wird.

Frauenvolksbegehren 2018

Der Bauer in seiner Funktion als Vizebürgermeister bzw. Ortsparteivorsitzender hat mich gebeten, für den SPÖ-Gemeindekurier einen kurzen Text über das Frauenvolksbegehren zu schreiben. Et voilá. Exklusiv und vorab hier für alle, die unseren Blog verfolgen. Im Lauf der Woche auch in 1.300 St. Stefaner Haushalten. Hoffen wir, es nützt was! Zur Sicherheit hier nochmal für alle, die nicht in einem St. Stefaner Haushalt wohnen und es noch nicht getan haben: Unterschreiben! von 1. bis 8. Oktober in jedem Gemeindamt. Für eine menschliche Zukunft!

 

Wozu ein Frauenvolksbegehren?

Um ein Zeichen zu setzen: für eine Zukunft, in der alle Menschen gleich gute Chancen haben, das Leben nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Egal, ob sie als Mädchen oder Buben auf die Welt gekommen sind.

Ist das nicht ohnehin schon so?

Frauen sind öfter in Teilzeit beschäftigt und verfügen damit über weniger Einkommen – jetzt und in der Pension; Frauen sind für den Großteil der Hausarbeit, der Kindererziehung und der Altenbetreuung zuständig; Frauen sind wesentlich seltener in politischen Ämtern als Männer. All das erschwert die Chancen, das eigene Leben nach seinen Bedürfnissen zu gestalten.

Hinzu kommt, dass es seit dem Regierungsantritt im Dezember 2017 eher rückwärts als vorwärts geht. So wurde etwa das Unterrichtsprinzip, das Lehrkräfte dazu auffordert, Kinder im Sinne der Gleichstellung von Frau und Mann zu erziehen, abgeschafft. Dafür gibt es jetzt den 12-Stunden-Tag, der es Eltern noch schwerer machen wird, Beruf und Familie zu vereinbaren.

Soll ich auch unterschreiben, wenn ich nicht jede Forderung gut finde?

Ja. Denn es geht darum, ein Zeichen zu setzen. Je mehr Menschen unterschreiben, umso deutlicher ist dieses Zeichen. Im Frauenvolksbegehren stehen Forderungen, die als Denkanstöße zu sehen sind – nicht alles davon wird eins zu eins umgesetzt werden. Ein starkes Volksbegehren aber signalisiert dem Parlament und der Regierung: Wir wollen, dass ihr euch mit diesem Thema ernsthaft auseinandersetzt und die bestmöglichen Entscheidungen trefft.

Soll ich auch als Mann das Frauenvolksbegehren unterschreiben?

Unbedingt! Finden Sie, dass Frauen für gleiche Arbeit gleich viel verdienen sollen? Hätten Sie gerne, dass Beruf und Familie für Väter und Mütter leichter zu vereinbaren sind? Wollen Sie, dass junge Menschen aufgeklärt werden und sich Verhütungsmittel leisten können?

Es heißt Frauenvolksbegehren, aber es geht auch um Buben und Männer und um die Frage, wie unser Zusammenleben aussehen soll.

Wo kann ich mich informieren, wo unterschreiben?

Samstag, 29. September, 09:00 bis 13:00 Marktplatz St. Stefan. Bei Kaffee und Kuchen stellen sich Vizebürgermeister Mag. Nikolaus Bösch-Weiss und Heike Grebien vom Frauenvolksbegehren Ihren Fragen!

Das Volksbegehren kann in jedem Gemeindeamt unterschrieben werden, in St. Stefan zwischen 1. und 8. Oktober, Montag bis Freitag von 08:00 bis 12:00, Dienstag 16:00-19:00