Frühling

An diesem schönen verlängerten Frühlingswochenende genießen wir die Früchte der vergangenen Woche:

Unsere Schafe wurden gekört. Im Zuge dessen war eine erfahrene Schafhalterin bei uns am Hof. Sie hat uns dann auch Tipps zur Weidehaltung und Heugewinnung gegeben. Auch die Baufirma, die den Kanalanschluss gelegt hat war da, sie hat über die Streifen, die vom Bagger umgegraben worden sind, Gras gesäht.

Die Konsequenz war, dass wir die Hühner nicht auf die Grassaatflächen lassen wollten: Also haben wir den Hühnerzaun gecheckt und den Hühnern die Flugfedern etwas gestutzt (nicht besonders nett, aber wirksam). So waren diese Ausnahmsweise im für sie vorgesehenen Bereich, und konnten die Grassamen nicht fressen.

Für die Schafe haben wir mit dem Elektrozaun eine Weide angelegt, die insgesamt vier Teile hat, so dass wir sie wöchentlich wechseln können, und die einzelnen Flächen genug Zeit haben sich zu erholen.

Da bleibt uns nur, die Sonne zu genießen und Kraft zu tanken, für die nächsten Aufgaben, die da harren.

 

 

Schafe melken – Teil 1

Wir haben uns entschieden, ab diesem Jahr richtig und systematisch Schafe zu melken. Wir haben es uns zeigen lassen, und überlegt, wie wir das Lämmermanagement am besten hin bekommen.

Wahrscheinlich haben wir dabei immer noch den ein oder anderen Fehler gemacht. Die Fehlertoleranz wird allerdings dadurch erhöht, dass wir die Lämmer nicht endgültig von ihren Müttern getrennt haben, sondern nur jeweils über Nacht, sodass nach dem Melken die Zitzen durch das Nuckeln der Lämmer gereinigt werden und die größte Gefahr einer bakteriellen Euterentzündung gebannt ist.

Außerdem darf ein Melkstand nicht fehlen. Den haben wir aus dem ersten selbst geernteten Bastel- und Bauholz gefertigt. Wir danken unseren Nachbar/innen für ihr Know-How und ihre Zeit.

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Weiter geht die Melk-Erfahrung mit Käserei und einem Erfahrungsbericht von unseren Gästen, beim Versuch gemeinsam Feta herzustellen.

Namen für Schafe

Als wir frisch gefangen anfingen mit der Tierhaltung, gaben wir sofort allen Tieren Namen. Wir dachten uns nicht viel dabei, spürten aber schon ein etwas seltsames Gefühl, als Pünktchen, Händehoch, Zora, Mara, Geist, Asterix und Lori zum Schlachter gingen. Und Ronald, unser ältester und erster, war auch nicht ohne.

Ein Name stellt Nähe her. Man befasst sich mit dem Tier, und damit der Name etwas bringt, muss man das Tier auch erkennen. Man schaut es genauer an, prägt sich seine markanten Eigenschaften ein, verbringt mehr Zeit damit, und sieht es ganz allgemein als ein individuelles Lebewesen.
Es dann zu töten beziehungsweise töten zu lassen ist natürlich etwas anderes als bei einer anonymen (Ohrmarken-)Nummer. Deswegen haben wir von etwas erfahreneren Selbstversorger(innen) den Tipp bekommen, nur die Tiere zu benamsen, die am Hof bleiben, also die Muttertiere und den Zuchtwidder. Wir haben den Tipp hin und her gewälzt, und uns dann dagegen entschieden.

Jedes Lamm hat einen Namen. Ganz im Gegenteil, wir haben sogar eher eine Bremse eingezogen, bei der Anzahl an Schafen, damit wir weiterhin eine Chance haben, sie alle zu kennen. Das schränkt ein, und macht das Schlachten nicht einfacher, aber irgendwie erscheint es uns richtig. Es ist Teil des Zusammenlebens von Mensch und Schaf, auf unserem Hof, es hindert uns daran, die Tiere als „Rohstoff“ für die „Ware Fleisch“ zu sehen, sondern sie als individuelle Tiere wahrzunehmen. Es ist auch eine Erinnerung an uns selbst.

Bei den Hühnern halten wir es übrigens anders. Das hat vor allem (un)praktische Gründe. Hühnergenerationen gehen noch schneller und zahlreicher vonstatten als Schafsgenerationen. Bei Kücken kann man kaum Weibchen von Männchen unterscheiden (und wir wollen den Glucken auch gar nicht so nahe rücken), dass wir keine Chance haben, sie individuell zu erfassen. Die Hühner dürfen (derzeit notgedrungen) halbwild auf dem Hof herumstravanzen und wenn ihre Zeit gekommen ist, verlassen wir uns einfach drauf, dass sie’s bei uns gut gehabt haben werden.

Ein paar Fotos – Some pictures

Frisch
Frisch

 

 

 

 

 

 

Frischer
Frischer
Am Frischesten
Am Frischesten

 

 

 

 

 

 

Diese Aue ist relativ entspannt, aber wenn sie ihre Jungen in Gefahr wähnen (etwa wenn Aurelia kreischend auf sie zuläuft) ists nix mehr mit lammfromm. Erstes Warnzeichen der Aue ist dann das Stampfen mit dem Fuß.
This Ewe is rather relaxed, but they can get tense when they sense their offspring in danger (like a little child running towards them screaming with joy). A first warning sign is when they stamp their foot.

 

 

Die Lämmer warten, während die Auen mampfen.
Die Lämmer warten, während die Auen mampfen. – The lambs are waiting while the Ewes feed.

Schwierige Entscheidung

Wir haben es ja vermutet: zuerst lassen die Schafdamen uns warten, dann lammen sie alle auf einmal ab.  Seit Sonntag sind 8 weitere Lämmer auf die Welt gekommen, darunter 3 Zwillingspaar. 7 von 13 hochträchtigen Schafen haben somit abgelammt, bei den anderen kann es noch bis zu einer Woche dauern.

Schafe – jedenfalls unsere Rasse, das Krainer Steinschaf – bekommen ein bis zwei Lämmer, meist abhängig vom Alter und von der Beanspruchung. Das heißt, Erstlingsauen (Aue ist der Fachausdruck für Mutterschaf) haben meistens ein Lamm, ab der zweiten Lammung sind es dann oft auch zwei. Schafe haben eine Tragezeit von 150 Tagen (etwa 5 Monate), und wenn sie innerhalb von einem Jahr zweimal trächtig sind, kommt es oft vor, dass sie beim zweiten Mal nur ein Lamm haben. Darüber hinaus spielt vermutlich die Futterversorgung während der Aufnahme (Empfängnis) der Lämmer eine Rolle sowie auch die Zuchtqualität von Widder und Schaf.

Was unsere heurigen Zwillingsgeburten betrifft, ist unsere Freude bei einem der Geschwisterpärchen getrübt: Ihre Mama, Sternchen, hat nur eines der beiden angenommen, das andere wird weggestoßen, wenn es zu trinken versucht. Das heißt, wir haben wieder ein Flaschenlamm, das in den ersten beiden Wochen bis zu sechs Mal am Tag gefüttert werden muss, um 22:00 das letzte und um 6:00 das erste Mal. Abgesehen davon, dass das für uns zusätzliche Arbeit bedeutet, ist es leider das zweite Mal in Folge, dass Sternchen Zwillinge hat und nur eines annimmt (letztes Jahr waren das Castor und Pollux).

Ein Flaschenlamm ist zwar süß, weil es unglaublich zutraulich wird, aber grundsätzlich wollen wir das natürlich vermeiden. Wir haben daher folgende Optionen:

  1. Wir kommen zu dem Schluss, dass Sternchen keine hervorragenden Muttereigenschaften hat und wir lassen sie schlachten
  2. Wir kommen zu demselben Schluss und sie wird nicht mehr gedeckt, das heißt sie bekommt bei uns ihr Gnadenbrot (was bei einer asaisonalen Rasse, die alle 3 Wochen trächtig werden kann, schwer bis unmöglich zu bewerkstelligen ist)
  3. Wir verschenken/verkaufen Sternchen günstig an einen guten Platz
  4. In ein paar Wochen werden wir ja zu melken beginnen, und Sternchen ist womöglich ein vielversprechendes Milchschaf: Gute Milchleistung, da es nicht ihre erste Lammung ist, sie ist sehr zutraulich und gelehrig, sie hat keine Nebenzitzen (die das Melken erschweren, da sich die Milch dann in vier eher kleine statt in zwei große Zitzen aufteilt). Das könnte ihre mangelnden Zwillings-Mutterqualitäten wettmachen
  5. Wir ändern unsere Einstellung und nehmen in Kauf, dass wir womöglich jedes Jahr ein Flaschenlamm haben. Und mit etwas Glück im Unglück ist es das nächste Mal ein Weibchen, das die Flasche kriegt, wir behalten es und haben ein super zutrauliches Zuchtschaf in der Herde

Wir freuen uns über eure Kommentare, und wer meint, wir sollten Option 5 wählen, sagt uns bitte gleich dazu, wann sie/er eine Woche zum Helfen kommen kann ;o)

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Scarfie, unser Flaschenbocklamm, mit Sarah, seiner Ersatzmama und derzeit Helferin am Hof

 

Lammungen gehen los

Eine Woche lang haben wir darauf gewartet, dass das Lammeln losgeht, heute Nacht war es dann so weit. Beim ersten Stallbesuch heute morgen war der erste Nachwuchs 2016 in unserem Stall da.

Im Gespräch mit Leuten, die Erfahrung mit größeren und kommerziellen Schafshaltungen haben (Stichwort Neuseeland) wurde uns klar, wie robust unsere Tiere eigentlich sind. Wo anderswo die Lammungszeit ständige Bereitschaft bedeutet, weil Geburtshilfe geleistet werden muss, und den Lämmern zur Parasitenprophylaxe der Schwanz verödet wird (also de facto abgezwickt), ebenso wie das hintenrum geschoren wird, können wir uns hier im Prinzip zurücklehnen und darauf vertrauen, dass unsere Schafe mehr oder weniger wissen was sie tun. Ein Luxus, den ich auf die Qualität der „alten Haustierrasse“ zurückführe, wo Robustheit ein Zuchtziel war.

Die neue Lammungsperiode markiert einen Punkt im landwirtschaftlichen Jahr und sie bedeutet abgesehen vom Wunder des neuen Lebens (das es immer noch jedesmal ist) auch wirtschaftlich viel: In ca. 3 Wochen werden wir beginnen können, zu melken, (zumindest manche) der Muttertiere werden uns mit Milch versorgen, aus der wir Käse machen können, und das in einer Zeit, wo sonst nicht besonders viel Abwechslung auf dem regional-saisonalen Speiseplan stünde. Außerdem, und auch das gehört auf einem Bauernhof dazu, sind diese Lämmer einerseits Ersatz für Altschafe, die irgendwann einmal außer Dienst gestellt werden, und zum anderen Teil sind sie das Essen, das wir genießen und verkaufen können.

Alles das steckt in der Geburt eines kleinen Lammes.

Brigittes erstes Lamm

Zweiter Post – Fahrt aufnehmen

Im Rahmen von Rückblenden werde ich vielleicht noch die bewegte Geschichte unseres Hofes in den letzten Jahren beleuchten. Für jetzt, will ich in der Gegenwart und der jüngeren Vergangenheit bleiben.

Es ist Herbst, der 18. Oktober um genau zu sein. Die Medienfunktion der Homepage funktionieren nun, jetzt gilt es, sie mit Inhalt zu befüllen. Im November lassen wir von einem selbständigen Bauern-Metzger (Er ist gelernter Schlachter, und hat außerdem einen Bauernhof) unsere Schafe schlachten. Dort hängen sie eine knappe Woche ab, bevor wir sie grobzerteilen (Hals, Schulter, Rücken, Schlögel, Stelze, Bauch), vakuumieren und ausliefern.

Wir werden diesmal bis zu 18 Lämmer haben, was zum einen auf unseren bereits höheren Bestand an Muttertieren zurückzuführen ist, zum anderen darauf, dass wir diesen nun weniger stark erhöhen wollen. Ein paar Lämmer wollen wir immer zur Verjüngung der Herde zurückbehalten, aber wenn wir sie nicht aufstocken wollen, sind das natürlich weniger als andernfalls.

Damit wir beim Ausliefern des Fleisches gleich auch ein bisschen Werbung für unsere Homepage machen können, versuche ich der Homepage ein bisschen ein Gesicht zu geben.

Ich freue mich, wenn Sie regelmäßig vorbei schauen!

Liebe Grüße

Der Kogler

Erster Post – Inoffizielle Eröffnung

Grundsätzlich steht die Seite, sie ist noch lange nicht fertig, gibt aber einen ersten Überblick über unser Projekt, das , nun ja, ebenso noch lange nicht fertig ist.

Zum Beispiel können wir leider derzeit noch keine Fotos hochladen, ein großes Manko, wenn man einen so schönen Hof herzeigen will, wie den Unseren.

Aber es braucht einen ersten Post, und dieser hier ist es.

Landleben im (1)21sten Jahrhundert