Ein paar Fotos – Some pictures

Frisch
Frisch

 

 

 

 

 

 

Frischer
Frischer
Am Frischesten
Am Frischesten

 

 

 

 

 

 

Diese Aue ist relativ entspannt, aber wenn sie ihre Jungen in Gefahr wähnen (etwa wenn Aurelia kreischend auf sie zuläuft) ists nix mehr mit lammfromm. Erstes Warnzeichen der Aue ist dann das Stampfen mit dem Fuß.
This Ewe is rather relaxed, but they can get tense when they sense their offspring in danger (like a little child running towards them screaming with joy). A first warning sign is when they stamp their foot.

 

 

Die Lämmer warten, während die Auen mampfen.
Die Lämmer warten, während die Auen mampfen. – The lambs are waiting while the Ewes feed.

Schwierige Entscheidung

Wir haben es ja vermutet: zuerst lassen die Schafdamen uns warten, dann lammen sie alle auf einmal ab.  Seit Sonntag sind 8 weitere Lämmer auf die Welt gekommen, darunter 3 Zwillingspaar. 7 von 13 hochträchtigen Schafen haben somit abgelammt, bei den anderen kann es noch bis zu einer Woche dauern.

Schafe – jedenfalls unsere Rasse, das Krainer Steinschaf – bekommen ein bis zwei Lämmer, meist abhängig vom Alter und von der Beanspruchung. Das heißt, Erstlingsauen (Aue ist der Fachausdruck für Mutterschaf) haben meistens ein Lamm, ab der zweiten Lammung sind es dann oft auch zwei. Schafe haben eine Tragezeit von 150 Tagen (etwa 5 Monate), und wenn sie innerhalb von einem Jahr zweimal trächtig sind, kommt es oft vor, dass sie beim zweiten Mal nur ein Lamm haben. Darüber hinaus spielt vermutlich die Futterversorgung während der Aufnahme (Empfängnis) der Lämmer eine Rolle sowie auch die Zuchtqualität von Widder und Schaf.

Was unsere heurigen Zwillingsgeburten betrifft, ist unsere Freude bei einem der Geschwisterpärchen getrübt: Ihre Mama, Sternchen, hat nur eines der beiden angenommen, das andere wird weggestoßen, wenn es zu trinken versucht. Das heißt, wir haben wieder ein Flaschenlamm, das in den ersten beiden Wochen bis zu sechs Mal am Tag gefüttert werden muss, um 22:00 das letzte und um 6:00 das erste Mal. Abgesehen davon, dass das für uns zusätzliche Arbeit bedeutet, ist es leider das zweite Mal in Folge, dass Sternchen Zwillinge hat und nur eines annimmt (letztes Jahr waren das Castor und Pollux).

Ein Flaschenlamm ist zwar süß, weil es unglaublich zutraulich wird, aber grundsätzlich wollen wir das natürlich vermeiden. Wir haben daher folgende Optionen:

  1. Wir kommen zu dem Schluss, dass Sternchen keine hervorragenden Muttereigenschaften hat und wir lassen sie schlachten
  2. Wir kommen zu demselben Schluss und sie wird nicht mehr gedeckt, das heißt sie bekommt bei uns ihr Gnadenbrot (was bei einer asaisonalen Rasse, die alle 3 Wochen trächtig werden kann, schwer bis unmöglich zu bewerkstelligen ist)
  3. Wir verschenken/verkaufen Sternchen günstig an einen guten Platz
  4. In ein paar Wochen werden wir ja zu melken beginnen, und Sternchen ist womöglich ein vielversprechendes Milchschaf: Gute Milchleistung, da es nicht ihre erste Lammung ist, sie ist sehr zutraulich und gelehrig, sie hat keine Nebenzitzen (die das Melken erschweren, da sich die Milch dann in vier eher kleine statt in zwei große Zitzen aufteilt). Das könnte ihre mangelnden Zwillings-Mutterqualitäten wettmachen
  5. Wir ändern unsere Einstellung und nehmen in Kauf, dass wir womöglich jedes Jahr ein Flaschenlamm haben. Und mit etwas Glück im Unglück ist es das nächste Mal ein Weibchen, das die Flasche kriegt, wir behalten es und haben ein super zutrauliches Zuchtschaf in der Herde

Wir freuen uns über eure Kommentare, und wer meint, wir sollten Option 5 wählen, sagt uns bitte gleich dazu, wann sie/er eine Woche zum Helfen kommen kann ;o)

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Scarfie, unser Flaschenbocklamm, mit Sarah, seiner Ersatzmama und derzeit Helferin am Hof

 

Lammungen gehen los

Eine Woche lang haben wir darauf gewartet, dass das Lammeln losgeht, heute Nacht war es dann so weit. Beim ersten Stallbesuch heute morgen war der erste Nachwuchs 2016 in unserem Stall da.

Im Gespräch mit Leuten, die Erfahrung mit größeren und kommerziellen Schafshaltungen haben (Stichwort Neuseeland) wurde uns klar, wie robust unsere Tiere eigentlich sind. Wo anderswo die Lammungszeit ständige Bereitschaft bedeutet, weil Geburtshilfe geleistet werden muss, und den Lämmern zur Parasitenprophylaxe der Schwanz verödet wird (also de facto abgezwickt), ebenso wie das hintenrum geschoren wird, können wir uns hier im Prinzip zurücklehnen und darauf vertrauen, dass unsere Schafe mehr oder weniger wissen was sie tun. Ein Luxus, den ich auf die Qualität der „alten Haustierrasse“ zurückführe, wo Robustheit ein Zuchtziel war.

Die neue Lammungsperiode markiert einen Punkt im landwirtschaftlichen Jahr und sie bedeutet abgesehen vom Wunder des neuen Lebens (das es immer noch jedesmal ist) auch wirtschaftlich viel: In ca. 3 Wochen werden wir beginnen können, zu melken, (zumindest manche) der Muttertiere werden uns mit Milch versorgen, aus der wir Käse machen können, und das in einer Zeit, wo sonst nicht besonders viel Abwechslung auf dem regional-saisonalen Speiseplan stünde. Außerdem, und auch das gehört auf einem Bauernhof dazu, sind diese Lämmer einerseits Ersatz für Altschafe, die irgendwann einmal außer Dienst gestellt werden, und zum anderen Teil sind sie das Essen, das wir genießen und verkaufen können.

Alles das steckt in der Geburt eines kleinen Lammes.

Brigittes erstes Lamm